Steuertipps

Hier finden Sie eine Auswahl an diversen Beträgen rund um Steuern,
Finanzen und alles was man als Privatperson, Unternehmen, Selbstständige oder Immobilienbesitzer wissen muss.

Ausgezeichnet – Wir sind digitale Kanzlei 2020!

By Allgemein, Kanzlei News
Als innovativer Berater und attraktiver Arbeitgeber mit hoher Digitalisierungsquote wurde die Kanzlei Kiener & Ege mit dem Label Digitale DATEV-Kanzlei ausgezeichnet.

Die DATEV eG vergibt das Label an Kanzleien, die durch eine konsequente digitale Zusammenarbeit mit ihren Mandanten auffallen. Anhand definierter Kriterien prüft die Genossenschaft mithilfe einer Software den Grad der Digitalisierung in den Bereichen Rechnungswesen, Steuern und Lohn. Diese Kriterien ändern sich jährlich, weswegen die Kanzleien diesen Prozess stets neu durchlaufen müssen. Das Label Digitale DATEV-Kanzlei garantiert somit auch, dass die entsprechenden Kanzleien beim Thema Digitalisierung up to date sind.

Die Zusammenarbeit mit einer Digitalen DATEV-Kanzlei bietet viele Vorteile

  • Die durchgängige digitale Zusammenarbeit zwischen Kanzlei, Unternehmen und Dritten reduziert administrative Tätigkeiten in Ihrem Unternehmen.
  • Manuell erzeugte Fehler werden ausgeschlossen und Daten stehen schneller und genau zur Verfügung. Damit haben digitale Prozesse beim Bankbuchen positive Auswirkungen auf die Liquidität Ihres Unternehmens.
  • Die Kanzlei arbeitet bereits professionell digitalisiert und kann Sie dadurch bei der Umstellung auf digitale Prozesse optimal unterstützen.
  • Anfragen können schnell bearbeitet werden, weil die Digitale DATEV-Kanzlei auf Ihre relevanten Daten direkt zugreift.
  • Verstärkte Nutzung von digitalen Lösungen im Bereich Rechnungen. Damit entfallen die Papierrechnung, das Versenden und das Einscannen. Rechnungen werden digital, direkt und ohne manuelle Brüche in die Finanzbuchhaltung eingelesen
  • Konsequente Nutzung von Schnittstellen aus Fremdsystemen bzw. Vorerfassungssystemen.
  • Sie haben entscheidungsrelevante Informationen zur Steuerung Ihres Unternehmens immer selbst im Zugriff.

Sprechen Sie uns darauf an!

Fachberater für Unternehmensnachfolge

By Allgemein, Kanzlei News, Selbstständige, Unternehmen
Wir ermöglichen Ihnen einen strukturierten Nachfolgeprozess

Die Nachfolge ist ein komplexer Prozess, der Zeit, Expertise, Vertrauen und manchmal Fingerspitzengefühl benötigt. Laut einer Studie von KfW Research aus dem Jahr 2018 planen in den kommenden beiden Jahren 236.000 Inhaber mittelständischer Unternehmer die Übergabe oder den Verkauf ihres Unternehmens – dafür benötigen sie fachkundige und kompetente Begleitung.

Als DStV-Fachberater für Unternehmensnachfolge bietet Ihnen Michael Kiener genau das.

Allein in der Region Rottweil existiert eine Vielzahl von Unternehmen, die aktuell und in naher Zukunft an Nachfolgegenerationen oder an junge Unternehmer übergeben werden. Darüber hinaus zeichnet sich die Region Süddeutschland durch Ideenreichtum und Erfindergeist aus, was viele Existenzgründer und Unternehmer hervorbringt und anzieht.

Michael Kiener hat sich der Aufgabe zur Begleitung von Unternehmern auf Erfolgskurs angenommen.

In der täglichen Beratung vor Ort und in der Kanzlei konnte Michael Kiener sein Wissen rund um die qualifizierte Beratung in Sachen Unternehmensnachfolge, Generationenwechsel und Existenzgründung in vielfacher Weise den Mandanten näherbringen. Es war daher konsequent, diese Weiterbildung anzustreben.
Neben umfangreichem Theoriewissen erfordert die Qualifizierung zum Fachberater für Unternehmensnachfolge des Deutschen Steuerberaterverbandes auch den Nachweis von Praxisfällen aus dem Kanzleialltag.

Unternehmensübernahme und Finanzierung gehen bei einem erfolgreichen Nachfolgeprozess meist Hand in Hand. Durch die Mitgliedschaft im Aufsichtsrat einer regionalen Genossenschaftsbank zeichnen Michael Kiener zusätzlich Kenntnisse rund um die Finanzierungsberatung aus. Zusammen mit einem Team aus weiteren Steuerberatern und qualifizierten Mitarbeitern begleitet er Sie, bis Ihre Unternehmensnachfolge für alle Seiten optimal geregelt ist.

Geben Sie Ihre Nachfolgereglung in beste Hände.

Bundesregierung bessert Überbrückungshilfen nach

By Allgemein, Kanzlei News, Selbstständige, Unternehmen
Corona-gebeutelte kleine und mittlere Unternehmen können auf mehr finanziellen Hilfen hoffen: Die Bundesregierung hat die Überbrückungshilfen nachgebessert. Geld erhalten Antragsberechtigte unter anderem schon bei einem Umsatzeinbruch von 30 Prozent.

„Die Überbrückungshilfe wird verlängert, ausgeweitet und vereinfacht“, teilte Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) mit Blick auf die bereits angekündigte Verlängerung der Hilfen bis Ende Dezember mit. Insbesondere kleine Unternehmen könnten mit höheren Förderbeiträgen rechnen. „Die Begrenzung der Förderung für Unternehmen mit bis zu zehn Beschäftige auf maximal 15.000 Euro wird gestrichen“, sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU).

Fördersätze bei Fixkosten werden erhöht

Je nach Höhe der betrieblichen Fixkosten können Unternehmen für die Monate September bis Dezember bis zu 200.000 Euro an Förderung erhalten. „Wir lassen gerade die Unternehmen, die durch behördliche Anordnungen oder Hygiene- und Abstandsregeln weiter geschlossen sind oder nur mit halber Kraft fahren können, nicht allein“, unterstrich Altmaier. Wie Scholz weiter sagte, werden künftig je nach Umsatzausfall bis zu 90 Prozent der Fixkosten übernommen.

Anträge weiter über Dritte

Die Hilfen sollen kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie Soloselbständigen und Freiberuflern zugutekommen, die von den Folgen der Corona-Krise besonders betroffen sind. Die Bundesregierung hat dafür knapp 25 Milliarden Euro reserviert. Bisher lief die Auszahlung auch wegen eines komplexen Antragverfahrens eher schleppend. Um Betrugsfälle wie bei der Soforthilfe zu verhindern, sollen die Hilfen weiter nur über Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder Rechtsanwälte beantragt werden können.

Zugangsvoraussetzungen gesenkt

Anders als bisher sollen künftig alle Unternehmen oder Selbstständige Überbrückungshilfen beantragen können, die entweder einen Umsatzeinbruch von mindestens 50 Prozent in zwei zusammenhängenden Monaten im Zeitraum April bis August gegenüber den jeweiligen Vorjahresmonaten nachweisen können oder aber einen Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent im Durchschnitt in den Monaten April bis August 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum verzeichnet haben. Bisher musste der Umsatzeinbruch in den Monaten April und Mai mindestens 60 Prozent betragen haben, um Fixkostenzuschüsse für die Monate Juni, Juli und August zu erhalten.

Antragsberechtigte bekommen schon bei Umsatzeinbruch von 30 Prozent Geld

Zudem wurden die Fördersätze erhöht. Je nach Höhe des tatsächlichen oder prognostizierten Umsatzeinbruchs in den förderfähigen Monaten September bis Dezember werden jetzt bei einem Umsatzeinbruch von mehr als 70 Prozent 90 (bisher 80) Prozent der förderfähigen Fixkosten erstattet. Bricht der Umsatz um 50 bis 70 Prozent ein, werden 60 (bisher 50) der förderfähigen Fixkosten übernommen. Und bei einem Umsatzeinbruch von mehr als 30 (bisher 40) Prozent werden 40 Prozent der förderfähigen Fixkosten übernommen. Darüber hinaus soll die Personalkostenpauschale von zehn Prozent der förderfähigen Kosten auf 20 Prozent erhöht werden. Außerdem seien bei Schlussabrechnung künftig Nachzahlungen von staatlicher Seite ebenso möglich. Bisher galt das nur für Rückforderungen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: dhz.de

Corona-Hilfen: Wann Sie die Leistung besser zurückzahlen sollten

By Allgemein, Kanzlei News, Selbstständige, Unternehmen
Im Nachhinein werden wohl viele Anträge auf Corona-Unterstützung geprüft werden, denn Subventionsbetrug ist eine Straftat. Was Unternehmer, die Zahlungen unberechtigt erhalten haben, schon jetzt tun sollten.

Wenn der Staat gigantische Summen locker macht, sind schwarze Schafe nicht fern. So wird es auch bei den Corona-Hilfen sein, doch die Situation ist eine andere. Zu plötzlich und nicht vorhersehbar gerieten die Unternehmen ohne eigenes Zutun in Schief­lage. Die Politik gewährte zu Beginn der Pandemie schnell und unbürokratisch finanzielle Unterstützung.

Abstriche wurden dafür bei der Prüfung der Anträge und exakt ausformulierten Rahmenbedingungen gemacht. „Eine gesetzliche Regelung zur Bestimmung, was ‚wirtschaftliche Schwierigkeiten‘ sind und wie ‚Liquidität‘ qualifiziert werden soll, war insbesondere am Anfang völlig unklar“, sagt Rechtsanwalt und Fachanwalt für Steuerrecht Sebastian Korts.

Es stellten sich in der praktischen Anwendung dann auch Fragen wie, wofür darf das Geld ausgegeben werden? Und viele Unternehmer fragen sich jetzt im Nachhinein, ob sie wirklich antragsberechtigt waren. Denn falls nicht, ist das eine Straftat. Wer falsche oder unvollständige Angaben macht, begeht schon mit der Abgabe des Antragsformulars und seiner eidesstattlichen Erklärung Subventionsbetrug (§ 264 Strafgesetzbuch (StGB)). „In letzter Zeit melden sich vermehrt Betriebe, die inzwischen festgestellt haben, dass ihre Geschäftseinbrüche doch nicht so schlimm waren wie zunächst befürchtet“, sagt Ralf Schnörr, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Heilbronn-­Franken.

Professionelle Hilfe in Anspruch nehmen

Experten sind sich einig, dass es im Nachhinein zu den Prüfungen kommt, die für eine schnelle und unbürokratische Hilfe zunächst hintenangestellt wurden. „Wir raten Betrieben, die unsicher sind, ob sie die Unterstützung zu Recht erhalten haben, aktiv zu werden und sich mit dem Fördergeldgeber in Verbindung zu setzen“, sagt Ralf Schnörr. Diesem Rat schließt sich der Rechtsanwalt an: „Wenn Sie unsicher sind, holen Sie sich professionelle Hilfe oder gehen Sie zum Anwalt.“

In der Lockdown-Zeit hatten die Handwerkskammern ihre Mitgliedsbetriebe bei der Antragstellung zur Soforthilfe unterstützt, indem sie die Formulare auf Vollständigkeit und Plausibilität prüften. „Die Richtigkeit der Angaben konnten wir natürlich nicht überprüfen“, stellt Hauptgeschäftsführer Ralf Schnörr klar. Für die steht immer der Antragsteller mit seiner eidesstattlichen Erklärung gerade.

Empfangene Leistung gegebenenfalls zurückzahlen

Ob nach der Antragstellung mit eidesstattlicher Erklärung, nach dem Bewilligungsschreiben oder nach Erhalt der Hilfszahlung – Unternehmer können und sollten zu jedem Zeitpunkt, wenn nötig, aktiv korrigierend eingreifen und die zu Unrecht empfangene Leistung gegebenenfalls zurückzahlen.

Sebastian Korts geht davon aus, dass „in all den Fällen, in denen eine Zurückzahlung erfolgt ist, keine Prüfung mehr stattfindet.“ Es also auch zu keiner Strafverfolgung kommt. Wolfgang Wawro, Steuerexperte des Deutschen Steuerberaterverbands, betont: „Der Unternehmer sollte in solchen Fällen seine unrichtigen Angaben korrigieren, denn die Auszahlungen der Hilfszahlungen müssen in der Steuererklärung für 2020 angesetzt werden.“ Spätestens dann würden eventuelle Ungereimtheiten möglicherweise entdeckt werden. Hilfszahlungen von Bund und Land sind Betriebseinnahmen. „Sie können am Ende des Jahres zu einer Besteuerung des Gewinns eines Steuerpflichtigen führen“, sagt Sebastian Korts.

Vorwurf des Vorsatzes so gut wie immer gegeben

Wird eine unberechtigte Auszahlung von Hilfsgeldern aber nicht durch den Leistungsempfänger aufgedeckt, sondern nach Prüfung durch den Fördergeldgeber, kann es durchaus zu einer Strafverfolgung kommen. Subventionsbetrug wird mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder einer Geldstrafe belegt.

Ist man erst einmal in den Mühlen der Strafjustiz, wird es dann schwer bis unmöglich sein, den Vorwurf des Vorsatzes abzuwehren. In den Auflagen und Bestimmungen der Hilfsprogramme wird der Antragsteller verpflichtet, unaufgefordert selbst zu überprüfen, ob seine Angaben richtig sind. „Als Empfänger der Leistung muss sich der Unternehmer damit auseinandersetzen. Tut er das nicht, wird das als bedingter Vorsatz gewertet“, sagt Korts.

Subventionsbetrug kann auch beim Bezug von Kurzarbeitergeld vorliegen. Wer unberechtigt für seine Mitarbeiter die Unterstützungsleistung der Agentur für Arbeit beantragt, macht sich ebenfalls strafbar. „Wenn ein Betrieb beispielsweise keine Umsatzeinbuße hat, wird es schwer, Kurzarbeit zu rechtfertigen“, sagt Sebastian Korts. So gilt auch in diesem Zusammenhang: „Wer unsicher ist, sollte sich sofort um Klärung kümmern“, rät der Fachanwalt für Steuerrecht. „Wenn Sie Geld zu Unrecht bekommen haben, sollten Sie es zurückzahlen das befreit von Problemen.“ So sieht es auch das Gesetz: „[…] wird nicht bestraft, wer freiwillig verhindert, dass auf Grund der Tat die Subvention gewährt wird“ (§ 264 Abs. 6 StGB).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: deutsche-handwerks-zeitung.de 2020

Verluste aus Kapitalanlagen: Das sind die Steuerspielregeln

By Allgemein, Kanzlei News, Selbstständige, Unternehmen

Bei Kursverlusten gibt es oft zwei Möglichkeiten: Abwarten, bis sich der Aktienkurs wieder erholt oder die Aktien mit Verlust abstoßen. Beim Verkauf mit Verlust stellt sich in der Praxis die Frage, wie Steuerzahler solche Verluste vergolden können, sprich steuersparend einsetzen können.

Bei der Verlustverrechnung von Kapitalerträgen gibt es vier zentrale Steuerspielregeln, mit denen Kapitalanleger leben müssen. Gemeint sind folgende Regeln:

Regel 1: Realisierte Verluste aus Kapitalanlagen – egal, ob aus sonstigen Kapitalanlagen oder aus Aktien – dürfen niemals mit anderen positiven Einkünften (z.B. nichtselbständige Arbeit, selbständige Arbeit, Vermietung, Rente) verrechnet werden.

Regel 2: Aktienverluste dürfen nur mit Gewinnen aus Aktienverkäufen verrechnet werden. Eine Verrechnung mit Kapitalerträgen aus sonstigen Kapitalanlegen ist tabu.

Regel 3: Verluste aus dem Verkauf von Kapitalanlagen (außer Aktien) ist mit laufenden Zinsen, Dividenden und sogar mit Gewinnen aus dem Verkauf von Aktien steuersparend verrechnet werden.

Regel 4: Erzielt ein Kapitalanleger insgesamt positive Kapitaleinkünfte und die anderen Einkünfte (z.B. aus Vermietung) sind insgesamt negativ, ist eine steuersparende Verlustverrechnung erlaubt.

 

Beispiel: Ein Steuerzahler erzielte 2019 Verluste aus dem Verkauf von Aktien in Höhe von 7.000 Euro. Gleichzeitig musste er für 2019 erhaltene Dividenden in Höhe von 7.000 Euro Abgeltungsteuer bezahlen. Da eine steuersparende Saldierung nicht möglich ist (siehe Regel 1), beträgt der Verlust im „Aktienverlustverrechnungstopf 2019“ 7.000 Euro und steht zur Verrechnung mit Aktiengewinnen 2020 zur Verfügung.

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: deutsche-handwerks-zeitung.de

Land bringt Grundsteuergesetz auf den Weg

By Allgemein, Immobilienbesitzer, Kanzlei News

Das Kabinett hat den Entwurf eines Landesgrundsteuergesetzes auf den Weg gebracht. Baden-Württemberg geht damit als erstes Land einen eigenen Weg und nutzt die Öffnungsklausel des Bundes für eine innovative und bürokratiearme Bodenwertsteuer.

Die Landesregierung hat den Entwurf eines Landesgrundsteuergesetzes zur Anhörung freigegeben. Damit brachte sie das erste eigenständige und vollumfängliche Steuergesetz des Landes auf den Weg. Dieses sieht eine modifizierte Bodenwertsteuer für Baden-Württemberg vor. „Wir nutzen die seltene Chance, ein eigenes Steuergesetz zu erlassen. Als erstes Bundesland haben wir uns dafür entschieden, komplett vom Bundesrecht abzuweichen und einen ganz eigenen Weg zu gehen. Unser Landesgrundsteuergesetz zeugt damit nicht zuletzt von der Stärke des Föderalismus“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann.

Baden-Württemberg geht eigenen Weg

Als elementare, verlässliche Steuer für die Kommunen bezeichnete Finanzministerin Edith Sitzmann die Grundsteuer: „Mit unserem Bodenwertmodell haben wir ein innovatives, neues Konzept entwickelt, mit dem auch die kommunalen Landesverbände zufrieden sind. Es ist transparent und einfach, nachvollziehbar und bürokratiearm. Die neue Grundsteuer ist eine passgenaue Lösung für unser Land – ein echtes Baden-Württemberg-Modell.“

Am 10. April 2018 hatte das Bundesverfassungsgericht das Bewertungssystem der bisherigen Grundsteuer für verfassungswidrig erklärt. In seiner Entscheidung räumte das Gericht dem Gesetzgeber eine Frist bis Ende 2019 ein, um eine neue Regelung zu treffen. Für die Umsetzung gilt eine weitere Frist bis Ende 2024. Ab 1. Januar 2025 muss die reformierte Grundsteuer angewandt werden.

Ende 2019 wurde auf Bundesebene ein Grundsteuerreformgesetz verabschiedet. Beim sogenannten Bundesmodell fließen in die Berechnung der Grundsteuer der Bodenrichtwert, die Grundstücksfläche, Immobilienart, Nettokaltmiete, Gebäudefläche und das Gebäudealter mit ein. Das Gesetz gibt den Ländern mit einer Öffnungsklausel die Möglichkeit, vom Bundesgesetz abzuweichen, eigene Grundsteuermodelle zu entwickeln und umzusetzen.

Land nutzt Öffnungsklausel für innovative und bürokratiearme Bodenwertsteuer

Davon wird Baden-Württemberg mit dem Bodenwertmodell Gebrauch machen. Es basiert im Wesentlichen auf zwei Kriterien: der Grundstücksfläche und dem Bodenrichtwert. Für die Bewertung werden beide Werte miteinander multipliziert. Im weiteren Schritt wird eine gesetzlich festgelegte Steuermesszahl angewandt – modifiziert nach der Nutzung des Grundstücks. Für überwiegend zu Wohnzwecken genutzte Grundstücke gibt es einen Abschlag. „Es ist uns wichtig, dass Wohnen im Durchschnitt nicht teurer werden darf“, sagte die Finanzministerin. „Ein großes Plus des Bodenwertmodells ist es, dass neu geschaffener Wohnraum keine höhere Besteuerung auslöst. Denn die Gebäudefläche spielt bei der baden-württembergischen Grundsteuer grundsätzlich keine Rolle.“

Die Grundsteuerreform soll aufkommensneutral erfolgen. Dabei sind auch die Kommunen gefragt. Mit den Hebesätzen, die sie auf die Grundsteuermessbeträge anwenden, haben sie wesentlichen Einfluss auf die Höhe der Grundsteuer. In der Anhörung haben Verbände, Vereine ebenso wie einzelne Bürgerinnen und Bürger über das Beteiligungsportal des Landes Gelegenheit, zum Entwurf des Landesgrundsteuergesetzes Stellung zu nehmen. Gleichzeitig wird das Ministerium für Finanzen eine europaweite Ausschreibung starten, da für die neue Grundsteuer ein eigenes IT-Verfahren erforderlich ist und programmiert werden muss.

Neubewertung der Grundstücke

Die bisherige Grundsteuer basiert auf den sogenannten Einheitswerten: Im Westen Deutschlands stammen diese Grundstückswerte von 1964, im Osten von 1935. In seiner Entscheidung vom 10. April 2018 hat das Bundesverfassungsgericht diese Werte als veraltet und verfassungswidrig beurteilt. Deshalb müssen Grundstücke nun neu bewertet werden – völlig unabhängig davon, nach welchem Modell die Grundsteuer in Zukunft gestaltet ist.

Allein in Baden-Württemberg werden in den kommenden Jahren 5,6 Millionen Steuerobjekte neu bewertet. 2019 lagen die Grundsteuereinnahmen im Land bei knapp 1,8 Milliarden Euro. Sie kommen den Kommunen zugute.

 

 

 

 

 

 

Quelle: bw.de

Steuerliche Sofortmaßnahmen durch das Zweite Corona-Steuerhilfegesetz

By Allgemein, Kanzlei News, Selbstständige, Unternehmen

Bund und Länder haben weitere Hilfs- und Konjunkturprogramme auf den Weg gebracht, um die wirtschaftlichen Folgen aus der Corona-Krise weiter abzumildern. Unter dem Titel „Corona-Folgen bekämpfen, Wohlstand sichern, Zukunftsfähigkeit stärken“ hatte sich der Koalitionsausschuss am 3.6.2020 auf ein weitreichendes Konjunkturpaket mit einem Volumen von ca. 130 Mrd. € verständigt. Die steuerlichen Punkte aus diesem Paket wurden nun durch das Zweite Corona-Steuerhilfegesetz umgesetzt. Bundestag und Bundesrat hatten dem Gesetz endgültig am 29.6.2020 zugestimmt, so dass dieses am 1.7.2020 in Kraft treten konnte.

Im Schatten der temporären Senkung der Mehrwertsteuer wurden zusätzlich folgende wesentliche Punkte mit dem Gesetz umgesetzt:

  • Änderungen bei der Dienstwagenbesteuerung: Das EStG sieht für betriebliche Hybrid- und Elektrofahrzeuge, die auch privat genutzt werden, einen reduzierte Besteuerung der Privatnutzung vor, von einem Viertel des Bruttolistenpreises. Die bisher hier geltende Anschaffungsobergrenze bei einem Bruttolistenpreis von 40.000 € wurde nun mit Wirkung ab 2020 auf 60.000 € erhöht.
  • Einführung einer degressiven Abschreibung: Mit der Änderung von § 7 Abs. 2 EStG wurde erneut eine degressive AfA neben der linearen AfA eingeführt. Die Regelung orientiert sich inhaltlich an dem bisherigen § 7 Abs. 2 EStG (maximal 25 %, maximal das 2,5-fache der linearen AfA) und bezieht sich auf bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, die nach dem 31.12.2019 und vor dem 1.1.2022 angeschafft oder hergestellt worden sind.
  • Temporäre Erhöhung des Entlastungsbetrags für Alleinerziehende: Der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende nach § 24b EStG von bisher 1.908 € wurde für die Jahre 2020 und 2021 nach § 24b Abs. 2 Satz 3 EStG um weitere 2.100 € erhöht, so dass der Freibetrag damit insgesamt 4.008 € beträgt.
  • Einführung eines einmaligen Kinderbonus in 2020: Es wurde ein einmaliger Kinderbonus von 300 € eingeführt, sofern in 2020 mindestens in einem Monat ein Anspruch auf Kindergeld besteht.
  • Zeitliche Verlängerung für Reinvestitionsmaßnahmen: Die zeitlichen Fristen für Reinvestitionsmaßnahmen nach §§ 6b, 7g EStG wurden um ein Jahr verlängert.
  • Erhöhung der Steuerermäßigung bei Einkünften aus Gewerbebetrieb: Der bisherige Faktor zur Gewerbesteueranrechnung wurde mit Wirkung ab 2020 von 3,8 auf 4,0 erhöht.
  • Erhöhung des Freibetrags bei gewerbesteuerlichen Hinzurechnungen: Der Freibetrag für die Hinzurechnung von Elementen der Fremdfinanzierung nach § 8 Nr. 1 Buchst. a bis f GewStG wurde mit Wirkung ab 2020 auf 200.000 € verdoppelt.

Stabilisierungshilfe Corona für das Hotel- und Gaststättengewerbe

By Allgemein, Kanzlei News, Selbstständige, Unternehmen

Aufgrund der besonders langen und meist vollständigen Einschränkung des Geschäftsbetriebs infolge der Corona-Pandemie ist das Hotel- und Gaststättengewerbe in besonderem Maße belastet. Die mit den Einschränkungen verbundenen Umsatzeinbrüche sind über einen längeren Zeitraum hinweg durchweg für alle gastgewerblichen Betriebsarten und Betriebsgrößen existenzgefährdend. Auch etwaige Teilöffnungen und Lockerungen in einzelnen Bereichen werden für die Branche kurzfristig keine wesentliche Verbesserung der Ertragssituation bringen.

Im Anschluss an die branchenübergreifende Soforthilfe des Bundes für Unternehmen mit 0 bis 10 Beschäftigten und des Landes für Unternehmen mit 11 bis 50 Beschäftigten wird daher für diese Branche bei einem fortbestehenden bzw. erneut auftretenden Liquiditätsengpasses vom Land eine weitere Hilfe zur Verfügung gestellt.

Förderkonditionen

Die an die Soforthilfemaßnahmen anschließende Stabilisierungshilfe Corona für das Hotel- und Gaststättengewerbe soll mit einer einmaligen, nicht rückzahlbaren Zuwendung der Überbrückung eines Liquiditätsengpasses für weitere drei Monate dienen.

Gefördert werden in Abhängigkeit des tatsächlichen Liquiditätsengpasses bis zu

  • 3.000 Euro für drei Monate für antragsberechtigte Betriebe sowie
  • 2.000 Euro für jeden Mitarbeiter (Vollzeitäquivalente) für drei Monate der antragsberechtigten Betriebe.

Die Förderung wird ausschließlich für gewerbliche Unternehmen, Soloselbständige und Sozialunternehmen aus dem Hotel- und Gaststättengewerbe gewährt, die unmittelbar infolge der durch das Coronavirus ausgelösten Corona-Pandemie in Liquiditätsengpässe geraten sind. Auf eine Deckelung der Betriebsgröße wird dabei verzichtet, damit alle Betriebe im Land eine entsprechende Unterstützung erhalten können.

Antragsverfahren

Um eine möglichst kurzfristige Umsetzung und Auszahlung der Zuschüsse zu ermöglichen, soll die Abwicklung der Stabilisierungshilfe Corona für das Hotel- und Gaststättengewerbe durch die L-Bank realisiert werden. Die Vorprüfung der Anträge soll durch die Industrie- und Handelskammern erfolgen.

In Kürze stellt die baden-wuerttemberg.de Seite ein Antragsformular „Stabilisierungshilfe Corona für das Hotel- und Gaststättengewerbe“ zur Verfügung.

 

 

Quelle: bw.de

Corona-News – Mehrwertsteuer, Kinderbonus, Stromkosten..

By Allgemein, Kanzlei News, Privatpersonen, Selbstständige, Steuertipps, Unternehmen
Mehrwertsteuer, Kinderbonus, Stromkosten – die Große Koalition hat ein Milliarden-Paket geschnürt, um in der Corona-Krise die Wirtschaft anzukurbeln. Wir haben in Kürze die wichtigsten Punkte für Sie zusammengefasst.

 

Konjunkturpaket: Das ist wichtig für Unternehmen

Mit insgesamt 130 Milliarden Euro will die Bundesregierung Deutschland aus der schwersten Rezession der Nachkriegsgeschichte holen. Ein Überblick mit den wichtigsten Punkten für Betriebe.

Angesichts der tiefgreifenden Folgen der Corona-Krise auf Wirtschaft und Gesellschaft hat sich die Große Koalition auf ein Konjunktur- und Zukunftspaket in Höhe von rund 130 Milliarden Euro geeinigt. „Diese Krise wird einschneidende Veränderungen bewirken, Deutschland soll gestärkt daraus hervorgehen“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung des Koalitionsausschusses. Damit dies gelinge, müssten viele Aufgaben bewältigt werden. So soll zur Stützung der Konjunktur der Mehrwertsteuersatz befristet von Juli bis zum Jahresende 2020 von 19 auf 16 Prozent gesenkt werden. Vorgesehen sind weitere Maßnahmen zur Entlastung von Unternehmen, von Kommunen und Familien sowie Investitionen in die Zukunftsfähigkeit Deutschlands. Eine Abwrackprämie für Autos oder einen generellen Schuldenerlass für Kommunen – wie im Vorfeld gefordert – soll es nicht geben.

Bund soll Sozialversicherungsbeiträge stabilisieren helfen

Wie Bundeskanzlerin Angela Merkel nach stundenlangen Verhandlungen sagte, soll es zur besseren Bewältigung der Krise eine Sozialgarantie geben. So sollen die Sozialversicherungsbeiträge bis Ende 2021 nicht über 40 Prozent steigen. Fehlende Mittel sollen durch den Bundeshaushalt gedeckt werden. Allein für 2020 sind dafür 5,3 Milliarden Euro vorgesehen. Verschonen will die Bundesregierung Unternehmen vorerst auch vor zu stark steigenden Stromkosten. So soll die EEG-Umlage von derzeit 6,75 Cent 2021 bei 6,5 Cent pro Kilowattstunde und im Jahr 2022 bei 6,0 ct/kwh stabilisiert werden. Der Finanzbedarf aus Haushaltsmitteln dafür liege bei 11 Milliarden Euro, heißt es im Papier.

Steuerliche Verlustverrechnung wird ausgeweitet

Um den Unternehmen schnell zu mehr Liquidität zu verhelfen, soll außerdem der steuerliche Verlustrücktrag für die Jahre 2020 und 2021 auf maximal fünf Millionen Euro beziehungsweise 10 Millionen Euro bei Zusammenveranlagung erweitert werden. Dies soll schon bei der Steuererklärung 2019 geltend gemacht werden können. Verluste aus dem laufenden Jahr werden so mit Gewinnen aus dem Vorjahr verrechnet. Außerdem sollen die Abschreibungsmöglichkeiten verbessert werden. So soll die degressive Abschreibung für Abnutzung wieder befristet eingeführt werden. Damit können die Unternehmen Kosten für Wirtschaftsgüter schneller steuerlich geltend machen. Daneben sollen Personengesellschaften unter anderem die Möglichkeit bekommen, sich wie Körperschaften besteuern zu lassen.

Branchenübergreifendes Programm für Überbrückungshilfen

Für besonders von der Corona-Krise betroffene kleine und mittelständische Unternehmen soll außerdem branchenübergreifend ein Programm für Überbrückungshilfen von bis zu maximal 25 Milliarden Euro aufgelegt werden. „Antragsberechtigt sind Unternehmen, deren Umsätze Corona-bedingt in April und Mai 2020 um mindestens 60 Prozent gegenüber April und Mail 2019 rückgängig gewesen sind und deren Umsatzrückgänge in den Monaten Juni bis August 2020 um mindestens 50 Prozent fortdauern“, heiß es im Papier. Erstattet werden bis zu 50 Prozent der fixen Betriebskosten bei einem Umsatzrückgang von mindestens 50 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Liegt der Umsatzrückgang bei mehr als 70 Prozent, können bis zu 80 Prozent erstattet werden. Bei Unternehmen mit bis zu fünf (10) Beschäftigten soll der Erstattungsbeitrag 9000 (15.000) Euro „nur in begründeten Ausfällen“ überschreiten können. Insgesamt beträgt der maximale Erstattungsbeitrag 150.000 Euro für drei Monate, heißt es im Papier. Geltend gemachte Umsatzrückgänge seien durch einen Steuerberater zu prüfen, Überzahlungen zu erstatten. Dabei endete die Antragsfrist spätestens am 31. August und die Auszahlungsfrist am 30. November 2020.

Unterschiedliche Unterstützung für Ausbildungsbetriebe

Die Koalitionäre vereinbarten darüber hinaus, dass im September 2020 eine verlässliche Regelung für den Bezug für Kurzarbeitergeld ab dem 1. Januar 2021 vorgelegt werden soll. Außerdem gibt es für Unternehmen, die ihr Ausbildungsangebot 2020 im Vergleich zu den drei Vorjahren nicht verringern für jeden neu abgeschlossenen Ausbildungsvertrag – nach der Probezeit – eine einmalige Prämie von 2000 Euro. Wer das Ausbildungsangebot erhöht, soll für den zusätzlichen Ausbildungsplatz 3000 Euro erhalten. Kleine und mittlere Unternehmen, die trotz Corona weiter ausbilden, können eine Förderung erhalten, heißt es weiter. Dort wo eine Ausbildung nicht weitergeführt werden kann, soll es die Möglichkeit einer vorübergehend geförderten betrieblichen Verbundausbildung geben. Betriebe, die Auszubildende aus Insolvenzbetrieben übernehmen, sollen eine Übernahmeprämie erhalten. Der Finanzbedarf wird auf insgesamt 500 Millionen Euro beziffert.

Nachhaltige Mobilität wird gefördert

Um Zukunftsinvestitionen anzukurbeln, will die Bundesregierung darüber hinaus 50 Milliarden Euro zur Verfügung stellen. So soll etwa nachhaltige Mobilität gefördert werden. Eine generelle Abwrackprämie, wie sie vor allem die „Autoländer“ gefordert hatten, soll es nicht geben. Vielmehr soll die bestehende staatliche Förderung von E-Fahrzeugen befristet bis 31.12.2021 verdoppelt werden. „Das bedeutet zum Beispiel, dass bis zu einem Nettolistenpreis des E-Fahrzeugs von bis zu 40.000 Euro die Förderung des Bundes von 3.000 auf 6.000 Euro steigt“, heißt es im Papier. Und weiter heißt es: „Das befristete Flottenaustauschprogramm für Handwerker und KMU für Elektronutzfahrzeuge bis 7,5 Tonnen wird zeitnah umgesetzt.“

Mehr Geld für weniger Kohlendioxid-Ausstoß

Daneben will die Bundesregierung die Kfz-Steuer für Pkw stärker an den CO2-Emmissionen ausrichten. Außerdem soll die bestehende Befreiung von der Kfz-Steuer für reine E-Fahrzeuge bis zum 31.12.2030 verlängert werden. Gefördert werden soll die E-Mobilität auch durch den weiteren Ausbau der Ladesäulen-Infrastruktur. Verbessert wird außerdem die steuerliche Forschungszulage für Unternehmen. Darüber hinaus soll das Gebäudesanierungsprogramm für 2020 und 2021 um eine Milliarde Euro auf 2,5 Milliarden Euro aufgestockt werden. Mehr Geld soll es auch für die energetische Sanierung kommunaler Gebäude geben.

Gewerbesteuereinbruch bei Kommunen soll kompensiert werden

Angesichts der massiven Steuerausfälle von Städten und Gemeinden will der Bund Kommunen finanziell unterstützen. „Mit einem kommunalen Solidarpakt 2020 werden die aktuellen krisenbedingten Ausfälle der Gewerbesteuereinnahmen kompensiert“, heißt es im Papier. „Dazu gewährt der Bund für 2020 den Gemeinden gemeinsam mit den zuständigen Ländern hälftig finanziert einen pauschalierten Ausgleich.“ Auf den Bund allein kämen Kosten von 5,9 Milliarden Euro zu. Darüber hinaus will der Bund die Kommunen bei weiteren Kosten etwa der Unterkunft für Arbeitssuchende in der Grundsicherung unterstützen. Mehr Geld soll es auch für den Ausbau von Kindergärten, Kitas und Krippen und den Ausbau von Ganztagsschulen geben. Und nicht zuletzt sollen Familien mit einem einmaligen Kinderbonus von 300 Euro pro Kind für jedes kindergeldberechtigte Kind unterstützt werden.

1,5 Milliarden Euro für weitere Corona-Hilfen

By Allgemein, Kanzlei News, Selbstständige, Unternehmen
Um Existenzen zu sichern, Insolvenzen zu vermeiden und die Strukturen in Baden-Württemberg zu erhalten, hat sich die Haushaltskommission auf ein zweites großes Hilfspaket im Umfang von 1,5 Milliarden Euro geeinigt.

Die Krise trifft die Wirtschaftslokomotiven im Süden, Baden-Württemberg und Bayern, besonders hart. Weit über 100.000 Betriebe haben Kurzarbeit angemeldet, die Arbeitslosenquote ist im Jahresvergleich bereits um einen Prozentpunkt gestiegen und mehr als ein Fünftel der Unternehmen plant, Stellen abzubauen.

Mit Direkthilfen für kleinere Unternehmen und Soloselbständige hat Baden-Württemberg bereits zu Beginn der Krise schnell einen ersten Schutzschirm für die Unternehmen und Soloselbstständigen aufgespannt. Diese konnten die Direkthilfen schon kurz nach den verordneten Schließungen beantragen.

Bis heute hat die L-Bank fast eine Viertelmillion Anträge bewilligt und mehr als zwei Milliarden Euro an Hilfe ausgezahlt. Doch das ist nicht alles. Mit verschiedenen Instrumenten unterstützt die Landesregierung die Wirtschaft im Land: Mit Bürgschafts- und Kreditprogrammen für den Mittelstand. Mit Steuererleichterungen wie Stundungen und Verrechnungen. Mit speziellen Hilfen für unsere Start-ups. Und mit einem Beteiligungsfonds in Höhe von einer Milliarde Euro. Damit niemand die Krise nutzen kann, um sich einen unserer wichtigen heimischen Mittelständler einzuverleiben.

Dies ist aber nur ein Zwischenerfolg. Denn auch wenn Geschäfte, Dienstleister und Restaurants wieder schrittweise öffnen dürfen, ist klar, dass das erste Hilfspaket nicht ausreicht.

Existenzen sichern, Insolvenzen verhindern, Arbeitsplätze erhalten und Strukturen bewahren

Deswegen hat sich die Haushaltkommission am 19. Mai darauf geeinigt, ein zweites Hilfspaket mit einem Volumen von 1,5 Milliarden Euro nachzulegen. „Damit werden wir Existenzen sichern, Insolvenzen verhindern, Arbeitsplätze erhalten und Strukturen bewahren“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann nach Abschluss der Gespräche in der Haushaltskommission.

„Wir nehmen weitere 775 Millionen Euro Landesmittel in die Hand, um die finanziellen Direkthilfen für kleinere Unternehmen und Solo-Selbständige aller Branchen fortzuführen“, konkretisierte Kretschmann. Die Direkthilfen hätten sich bewährt. Das Land konnte damit viele Unternehmen vor der Pleite retten. Aber viele sind noch nicht über den Berg, da sie weiter keine oder geringere Einnahmen haben. Dies betrifft etwa den Messebau, Künstlerinnen und Künstler und das Schaustellergewerbe.

Auch bei vielen anderen Unternehmen ist trotz erster Öffnungen noch lange nicht Business-as-usual. Daher verlängert Baden-Württemberg die Soforthilfen um weitere drei Monate.

Hilfe auch zum Durchstarten nach der Krise

Die Liquiditätsbrücke ist eine weitere Hilfe: Sie ist ein gut durchdachtes und von der L-Bank bereits vorbereitetes Kreditprogramm mit Tilgungszuschuss. „Auch damit unterstützen wir gezielt kleinere und mittlere Unternehmen, denen ihre Einnahmen wegbrechen, während ihre Kosten weiterlaufen. Sie sind auf Kredite angewiesen, um überhaupt über die Runden zu kommen. Der Tilgungszuschuss wirkt wie Eigenkapital und macht es den Hausbanken deutlich leichter, die Kredite zu gewähren“, so Kretschmann. Mit den Liquiditätsbrücken bekommen die Unternehmen nicht nur Hilfe in der Krise, sondern sie sorgen auch dafür, dass die Unternehmen danach wieder leichter durchstarten können.

Gastronomie und Beherbergungsbetriebe leiden besonders unter der Krise. Von den rund 30.000 Gaststätten und Hotels im Land sind Tausende von der Insolvenz bedroht. Viele der 235.000 Arbeitsplätze im Gastgewerbe sind in Gefahr. Seit dem 18. Mai dürfen Speisegaststätten zwar wieder öffnen und ab dem 29. Mai können auch Hotels und andere Beherbergungsbetriebe wieder Gäste empfangen. Aber anders als in anderen Branchen gibt es hier keinen Nachholeffekt. Durch die Abstandsregeln können sie zudem weniger Gäste empfangen. Das Programm sieht daher eine einmalige Hilfe von 3.000 Euro pro Gasthaus vor, plus 2.000 Euro pro Vollzeitbeschäftigtem.

Die Krise hat außerdem die Unternehmen im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) hart getroffen. Die Fahrgeldeinnahmen machen 40 bis 80 Prozent der Gesamteinnahmen aus. „Wenn wir die Einnahmeverluste nicht durch Steuermittel ausgleichen, besteht die Gefahr, dass das ÖPNV-Angebot eingeschränkt wird“, mahnte Ministerpräsident Kretschmann. „Denn der öffentliche Personennahverkehr ist eben nicht irgendeine x-beliebige kommerzielle Dienstleistung, sondern eine Frage der Daseinsvorsorge.“ Daher unterstützt das Land den ÖPNV mit 200 Millionen Euro und weiteren 40 Millionen Euro für den touristischen Busverkehr, der derzeit ebenfalls keine Einnahmen hat.

Geld für digitale Bildung

Auch die Bildungs- und Betreuungseinrichtungen sind von der Krise massiv betroffen. Die Krise hat den Alltag von Familien völlig auf den Kopf gestellt hat. Viele Eltern und Alleinerziehende müssen Arbeit, Kinderbetreuung und Schulaufgaben unter einen Hut bringen. Und auch wenn wir Schulen und Kitas jetzt wieder vorsichtig schrittweise öffnen, bleibt der Druck gewaltig, der auf ganz vielen Familien lastet.

„Die Wahrheit ist aber, dass ein uneingeschränkter Präsenzunterricht wahrscheinlich noch lange nicht möglich sein wird. Deshalb sind wir ganz besonders auf digitales Fernlernen angewiesen“, so Kretschmann. „Die Krise hat uns sehr klar die derzeitigen digitalen Schwächen offenbart – und zwar nicht nur in Baden-Württemberg, sondern überall in Deutschland. Wir werden deshalb die digitale Infrastruktur in der Bildung weiter ausbauen und in großem Maßstab Laptops und Tablets einkaufen, denn hier mangelt es derzeit am meisten.“

Baden-Württemberg wird die rund 65 Millionen Euro aus dem Sofortprogramm des Bundes daher verdoppeln. Damit kann das Land etwa 300.000 digitale Endgeräte für die öffentlichen und privaten Schulen bereitstellen. Das Ziel ist, dass alle Schülerinnen und Schüler, die zu Hause keinen Rechner haben, ein Notebook oder Tablet ausleihen können.

Da es aber mit der Technik alleine nicht getan ist, fließen die Mittel nicht nur in Endgeräte und Infrastruktur, sondern auch in einen pädagogischen Rahmen für den digitalen Unterricht.

Vereine und Kultur sind systemrelevant

Der Zusammenhalt ist unser größter Trumpf in der Krise und eine starke Säule unseres Zusammenhalts sind die vielen tausend ehrenamtlichen Vereine, Organisationen und Initiativen, die wir in Baden-Württemberg haben. Egal ob Sportverein, Musikverein, Bürgerinitiative oder Trachtenverein. Durch die Krise sind allerdings einige Vereine in ihrer Existenz bedroht. „Das nehmen wir nicht hin“, versicherte Kretschmann, „denn das ehrenamtliche Engagement ist im wahrsten Sinne des Wortes systemrelevant. Deshalb unterstützen wir die Vereine und Organisationen. Damit sie gut durch diese schwere Zeit kommen. Dafür legen wir ein Hilfsprogramm mit einem Volumen von 50 Millionen Euro auf.

Die Pandemie hat auch das kulturelle Leben fast zum Erliegen gebracht. Egal ob Kleinkunst, Kino, Theater, Konzerte oder Oper. „Mit unserem Soforthilfeprogramm haben wir den Kulturschaffenden so früh und so umfassend geholfen wie kein anderes Bundesland. Über zehntausend Anträge sind bereits eingegangen und über 75 Millionen an Direkthilfen in diesem Bereich ausbezahlt worden. Dennoch sind viele Kunst- und Kultureinrichtungen in ihrer Existenz bedroht“, sagte Kretschmann. „Deshalb gehen wir jetzt den zweiten Schritt und legen ein Notprogramm für Kultureinrichtungen in Höhe von 40 Millionen Euro auf. Damit wollen wir wirtschaftlich bedrohten Kultureinrichtungen und Vereinen der Breitenkultur das Überleben sichern.“ Das Wissenschaftsministerium hat bereits einen Masterplan Kultur veröffentlicht.

Die Einigung in der Haushaltskommission am 19. Mai war ein Grundsatzbeschluss. Die zuständigen Ministerien arbeiten jetzt mit Hochdruck die Details aus, um die Hilfsprogramme schnellstmöglich an den Start zu bringen. Sobald die Förderungen und Hilfen stehen, informieren die Fachministerien und auch wir hier auf Baden-Württemberg.de darüber.

Die Haushaltskommission

Die Haushaltskommission der Koalition (kurz HKK) berät über politische Schwerpunkte im gesamten Staatshaushaltsplan und Ministerien übergreifende Themen. In dem Gremium sind die Koalitionspartner mit jeweils fünf Personen vertreten. Neben Vertreterinnen und Vertretern der Landesregierung gehören auch die beiden Fraktionsvorsitzenden und die finanzpolitischen Sprecher der Regierungsfraktionen zur Haushaltskommission.

 

 

 

Quelle: baden-wuerttemberg.de