Kein Werbungskostenabzug für Pkw-Leasingraten bei Barlohnumwandlung

By Kiener & Ege Steuerberater GbR, Privatpersonen, Unternehmen

Bekommt ein Arbeitnehmer von seinem Arbeitgeber einen geleasten Pkw zur Verfügung
gestellt, so kann er die Leasingraten, die der Arbeitgeber von seinem Gehalt einbehält, nicht als
Werbungskosten bei seinen Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit steuermindernd geltend machen.
Dies hat das Finanzgericht Berlin-Brandenburg entschieden.
Der Arbeitgeber des Klägers hatte einen Pkw für die Dauer von drei Jahren geleast und für diesen zugleich
einen Wartungsvertrag abgeschlossen (sog. Full-Service-Leasing). Mit dem Kläger vereinbarte er, dass die
Leasingkosten im Wege der sog. Barlohnumwandlung von dessen Gehalt abgezogen werden sollten. Im
Gegenzug erhielt der Kläger das Recht, das Fahrzeug für Dienst- und Privatfahrten zu nutzen. Für
Dienstreisen erstatte der Arbeitgeber dem Kläger zudem Reisekosten, die er anhand der zurückgelegten
Strecke ermittelte und in vollem Umfang der Lohnsteuer unterwarf. Außerdem wandte der Arbeitgeber die
sog. 1-Prozent-Regelung an und unterwarf monatlich einen entsprechenden Anteil des Netto-Listenpreises
der Lohnsteuer.
Im Rahmen seiner Einkommensteuererklärung machte der Kläger u. a. den prozentualen Anteil der
monatlichen Leasingraten, die auf die Dienstreisen entfielen, als Werbungskosten bei seinen Einkünften
aus nichtselbständiger Arbeit geltend. Er vertrat die Auffassung, dass es sich bei der
Fahrtkostenerstattung des Arbeitgebers nicht um einen echten Aufwendungsersatz gehandelt habe, da
dieser die Zahlung der Lohnsteuer unterworfen habe. Das Gericht folgte dem in seinem Urteil vom 11.
Februar 2016 (Az. 9 K 9317/13) nicht.

Werbungskosten liegen schon begrifflich nicht vor
Werbungskosten – d.h. „Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen“ – lägen
schon begrifflich nicht vor, weil der Kläger auf seinen Gehaltsanspruch in Höhe der Leasingkosten
verzichtet habe. Lediglich zusätzliche Zahlungen des Arbeitnehmers, die neben den Leasingraten anfielen
(so etwa die zusätzlich zu entrichtenden Treibstoffkosten), seien anteilig bezogen auf die Dienstfahrten als
Werbungskosten steuermindernd zu berücksichtigen. Eine Gleichbehandlung mit Fällen, in denen der Pkw
privat angeschafft werde, sei nicht geboten, da der Kläger nicht juristischer oder wirtschaftlicher
Eigentümer des Pkw geworden sei. Denn dessen Arbeitgeber habe den Leasingvertrag abgeschlossen. Es
habe sich um einen sog. Firmenwagen gehandelt, weshalb der Arbeitgeber auch die 1-Prozent-Regelung
angewendet und die Fahrtkostenerstattungen als steuerpflichtig behandelt habe.
Wegen der grundsätzlichen Bedeutung der Rechtsfrage hat das Gericht die Revision zum Bundesfinanzhof zugelassen.