Häusliches Arbeitszimmer rechtfertigt nicht Berücksichtigung der Aufwendungen für

By Kiener & Ege Steuerberater GbR, Privatpersonen, Selbstständige

Bei einem steuerrechtlich anzuerkennenden Arbeitszimmer sind Aufwendungen für
Nebenräume (Küche, Bad und Flur), die in die häusliche Sphäre eingebunden sind und zu einem nicht
unerheblichen Teil privat genutzt werden, nicht als Betriebsausgaben oder Werbungskosten abziehbar.
Eine selbstständige Lebensberaterin unterhielt in ihrer Wohnung ein häusliches Arbeitszimmer, das sie so
gut wie ausschließlich für ihre nur von diesem Arbeitszimmer aus betriebene Tätigkeit nutzte. Während das
Finanzamt dieAufwendungen dafür als Betriebsausgaben anerkannte, versagte es die Berücksichtigung der
hälftigen Kosten für die jedenfalls auch privat genutzten Nebenräume Küche, Bad und Flur.

Der Bundesfinanzhof (BFH) gab dem Finanzamt Recht. Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer,
das nicht nahezu ausschließlich betrieblich oder beruflich genutzt wird, sog. gemischt genutztes
Arbeitszimmer, sindsteuerlich nicht zu berücksichtigen. Diesen Grundsatz weitet der BFH nun auch auf
Nebenräume der häuslichenSphäre aus. Die Nutzungsvoraussetzungen sind individuell für jeden Raum und
damit auch für Nebenräume zuprüfen. Eine zumindest nicht unerhebliche private Mitnutzung derartiger
Räume ist daher abzugsschädlich.