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Kindergeld auch bei Ausbildungsunterbrechung

By Privatpersonen

Der Anspruch auf Kindergeld besteht fort, wenn ein Kind zwar seine Ausbildung wegen einer
dauerhaften Erkrankung unterbrechen muss, aber weiterhin ausbildungswillig ist.
Geklagt hatte die Mutter einer Auszubildenden bei einer staatlich anerkannten Berufsfachschule für Mode.
Die Tochter musste die Ausbildung krankheitsbedingt unterbrechen, das belegte das Attest einer
Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie. Dennoch stellte die Familienkasse die Kindergeldzahlung ein.
Dagegen wehrte sich die Mutter und ließ ihre Tochter – wie von der Kasse gefordert – amtsärztlich
untersuchen, mit demselben Ergebnis. Die Klägerin und ihre Tochter teilten der Kasse anschließend mit,
dass eine Ausbildung oder ein Studium voraussichtlich in einigen Monaten aufgenommen beziehungsweise
fortgesetzt werde. Die Familienkasse lehnte die Gewährung von Kindergeld dennoch mit der Begründung
ab, die Tochter habe die Ausbildung abgebrochen.

Zu Unrecht, wie das Finanzgericht Rheinland-Pfalz mit Urteil vom 20. Februar 2018 (2 K 2487/16)
feststellte. Es fehle an Anhaltspunkten für die Annahme, die Tochter der Klägerin habe wegen ihrer
Erkrankung die Absicht aufgegeben, ihre Ausbildung nach der Genesung fortzusetzen. Dass die Dauer der
Unterbrechung noch nicht absehbar sei, sei unschädlich. Maßgeblich sei nur, dass die Ausbildung aus
krankheitsbedingten und damit objektiven Gründen unterbrochen worden sei.

Dienstwagen für Ehegatten mit Minijob

By Privatpersonen, Selbstständige, Unternehmen

Die Kosten für einen Dienstwagen sind auch dann als Betriebsausgaben abzugsfähig, wenn
dieser dem Ehegatten im Rahmen eines geringfügigen Beschäftigungsverhältnisses überlassen wird. Dies
hat das Finanzgericht Köln für den Fall einer sog. „Barlohnumwandlung“ entschieden.
Der Kläger beschäftigte seine Ehefrau im Rahmen eines Minijobs als Büro-, Organisations- und Kurierkraft
für 400 Euro monatlich. Er überließ ihr hierfür einen Pkw, den sie auch privat nutzen durfte. Der geldwerte
Vorteil der privaten Nutzung wurde mit 385 Euro (1 Prozent des Kfz-Listenneupreises) monatlich angesetzt
und vom Arbeitslohn der Ehefrau abgezogen.
Im Rahmen einer Betriebsprüfung erkannte das Finanzamt das Arbeitsverhältnis nicht an. Es erhöhte den
Gewinn des Klägers um die Kosten für den Pkw und den Lohnaufwand für die Ehefrau. Denn nach Ansicht
des Finanzamts wäre eine solche Vereinbarung nicht mit fremden Arbeitnehmern geschlossen worden.

Gericht: Vereinbarung hält Fremdvergleich stand
Das Finanzgericht Köln gab der Klage mit Urteil vom 27.09.2017 (Az. 3 K 2547/16) statt und erkannte
sämtliche Kosten als Betriebsausgaben des Klägers an. Zwar sei die Gestaltung bei einem Minijob
ungewöhnlich, doch entsprächen Inhalt und Durchführung des Vertrages noch dem, was auch fremde
Dritte vereinbaren würden. Insbesondere könne nicht festgestellt werden, dass Dienstwagen nur
Vollzeitbeschäftigten oder Führungspersonal auch zur privaten Nutzung überlassen würden.
Das Finanzamt hat die zugelassene Revision beim Bundesfinanzhof in München eingelegt. Das
Revisionsverfahren wird unter dem Aktenzeichen X R 44/17 geführt.

Umsatzsteuerliche Behandlung von Bitcoin

By Privatpersonen, Unternehmen

Das Bundesfinanzministerium nimmt in einem aktuellen BMF-Schreiben zur
umsatzsteuerlichen Behandlung von virtuellen Währungen Stellung und bezieht sich dabei auf ein EuGHUrteil
aus 2015. Desweiteren werden Folgefragen geklärt, insbesondere hinsichtlich Miner, Wallets und
Handelsplattformen.
Beim Umtausch von konventionellen Währungen in Bitcoin und umgekehrt handelt es sich danach um eine
steuerbare sonstige Leistung, die umsatzsteuerfrei ist. Die Verwendung von Bitcoin wird der Verwendung
von konventionellen Zahlungsmitteln gleichgesetzt, soweit sie keinem anderen Zweck als dem eines reinen
Zahlungsmittels dienen. Die Hingabe von Bitcoin zur bloßen Entgeltentrichtung ist somit nicht steuerbar.

Umrechnung: Unternehmer muss Verkaufskurs dokumentieren
Bei Zahlung mit Bitcoin bestimmt sich das Entgelt beim Leistenden grundsätzlich nach dem Gegenwert in
der Währung des Mitgliedsstaates, in dem die Leistung erfolgt und zu dem Zeitpunkt, zu dem diese
Leistung ausgeführt wird. Die Umrechnung soll zum letzten veröffentlichten Verkaufskurs (z. B. auf
entsprechenden Umrechnungsportalen im Internet) erfolgen. Dieser ist vom leistenden Unternehmer zu
dokumentieren.

Miner, Wallets und Handelsplattformen
Miner stellen für das Schürfen von Bitcoin den sog. Miningpool ihre Rechnerleistung zur Verfügung,
zeichnen Transaktionen in einem sog. Block auf und transferieren diesen anschließend in die Blockchain,
eine Art virtuelles Kontenbuch. Bei den Leistungen der Miner handelt es sich um nicht steuerbare
Vorgänge, so das BMF.
Die Wallets sind elektronische Geldbörsen. Sie werden z.B. als App auf dem Smartphone gespeichert und
dienen der Aufbewahrung der virtuellen Währung. Soweit Anbieter für die digitalen Wallets eine Zahlung
von Gebühren verlangen, liegen auf elektronischem Weg erbrachte sonstige Leistungen vor, die
entsprechend steuerpflichtig sind, soweit der Leistungsort im Inland liegt.
Stellt der Betreiber einer Handelsplattform seine Internetseite als technischen Marktplatz zum Erwerb bzw.
Handel von Bitcoin den Marktteilnehmern zur Verfügung, handelt es sich um die Ermöglichung der rein
EDV-technischen Abwicklung. Eine Steuerbefreiung komme hierfür nicht in Betracht, führt das BMF weiter
aus. Soweit der Betreiber der Plattform allerdings den Kauf und Verkauf von Bitcoin als Mittelsperson im
eigenen Namen vornehme, komme eine Steuerbefreiung in Betracht.

Zur Verfassungsmäßigkeit von Nachforderungszinsen

By Privatpersonen, Unternehmen

Die Frage, ob ein Zinssatz von 0,5 Prozent für jeden Monat (6 Prozent pro Jahr), wie ihn das
Finanzamt bei Steuernachforderungen zugrunde legt, in der heutigen Zeit noch angemessen ist,
beschäftigt die Finanzgerichte immer wieder. Nunmehr liegt eine höchstrichterliche Entscheidung des
Bundesfinanzhofs (BFH) dazu vor.

In seinem Urteil vom 9. November 2017 (Az. III R 10/16) das Jahr 2013 betreffend, bejaht der BFH die
Verfassungsmäßigkeit der geltenden Zinsregelung, so dass die Voraussetzungen für eine Vorlage an das
Bundesverfassungsgericht nicht vorlägen. Die Höhe der Nachforderungszinsen verstoße weder gegen den
allgemeinen Gleichheitssatz noch gegen das Übermaßverbot. Der in der Abgabenordnung gesetzlich
festgelegte Zinssatz sei auch unter Berücksichtigung der Entwicklung des allgemeinen Zinsniveaus
verfassungsgemäß.

Vergleich mit Zinssätzen für kurz- und langfristige Einlagen und Kredite
Da mit den Nachzahlungszinsen potentielle Liquiditätsvorteile abgeschöpft werden sollen, hielt der BFH
eine umfassende Betrachtung der Anlage- und Finanzierungsmöglichkeiten der Steuerpflichtigen für
erforderlich. Auf der Grundlage von Daten der Deutschen Bundesbank untersuchten die Richter die
Zinssätze für verschiedene kurz- und langfristige Einlagen und Kredite. Hierbei ergaben sich für 2013
Zinssätze, die sich in einer Bandbreite von 0,15 Prozent bis 14,70 Prozent bewegten. Obwohl der Leitzins
der Europäischen Zentralbank bereits seit 2011 auf unter 1 Prozent gefallen war, konnte somit nicht davon
ausgegangen werden, dass der gesetzliche Zinssatz die Bandbreite realitätsnaher Referenzwerte verlassen
hat.

Kein häusliches Arbeitszimmer bei nur geringfügiger beruflicher Nutzung

By Privatpersonen

Das Finanzgericht (FG) Rheinland-Pfalz hat entschieden, dass Kosten für ein häusliches
Arbeitszimmer nicht als Betriebsausgaben bei den gewerblichen Einkünften aus dem Betrieb einer
Photovoltaik-Anlage zu berücksichtigen sind, wenn eine geringfügige betriebliche Nutzung des
Arbeitszimmers vorliegt und der Raum vereinzelt privat genutzt wird.

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat bislang offen gelassen, wo die Grenze zwischen einer nur „unwesentlichen“
bzw. „untergeordneten“ und einer erheblichen privaten Mitnutzung liegen soll. Das FG Rheinland-Pfalz
vertritt jetzt in seinem Urteil vom 25. Januar 2018 (Az. 6 K 2234/17) die Auffassung, dass es keine
allgemeingültige, sondern eine am Umfang der betrieblichen/beruflichen Nutzung orientierte
Wesentlichkeitsgrenze gebe. Bei einer nur geringfügigen betrieblichen Nutzung sei dementsprechend
schon eine vereinzelte Privatnutzung schädlich.

Der Fall: Gewerbliche Einkünfte aus einer Photovoltaikanlage
Die Klägerin betreibt eine Photovoltaikanlage und erzielt daraus gewerbliche Einkünfte. In ihrer
Steuererklärung machte sie auch Aufwendungen für ein Arbeitszimmer in Höhe von 1.700 Euro als
Betriebsausgaben geltend. Das Finanzamt erkannte die Aufwendungen nicht an, weil für das Betreiben der
Photovoltaikanlage kein Arbeitszimmer erforderlich sei. Auch das FG Rheinland-Pfalz versagte mit Urteil
vom 25. Januar 2018 (6 K 2234/17) den Betriebsausgabenabzug, allerdings mit einer anderen
Begründung.

Nicht Erforderlichkeit, sondern Umfang der Privatnutzung maßgeblich
Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofes (BFH) sei zwar nicht die „Erforderlichkeit“, jedoch der
Umfang der Privatnutzung eines häuslichen Arbeitszimmers zu prüfen. Denn Aufwendungen für einen in
die häusliche Sphäre des Steuerpflichtigen eingebundenen Raum, der sowohl zur Erzielung von Einkünften
als auch – in mehr als nur untergeordnetem Umfang – zu privaten Zwecken genutzt werde, seien
insgesamt nicht abziehbar. Eine Aufteilung der Kosten finde nicht statt.

Das Gericht hatte nach Würdigung aller Umstände die Überzeugung gewonnen, dass das Arbeitszimmer im
vorliegenden Fall allenfalls wenige Stunden pro Jahr für betriebliche Zwecke und im Übrigen entweder
privat oder gar nicht genutzt worden sei. Zwar sei der Anteil der Privatnutzung nicht zweifelsfrei
feststellbar; erfolge jedoch – wie hier – eine nur geringfügige betriebliche Nutzung, sei der
Betriebsausgabenabzug schon dann zu versagen, wenn der Raum auch nur vereinzelt privat genutzt
werde.
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Frist für die beim BFH einzulegende Beschwerde gegen die
Nichtzulassung der Revision endet am 6. März 2018.

Aufwandsentschädigung schließt Pflegepauschbetrag aus

By Privatpersonen, Unternehmen

Ab 2018 stellt das Bundesministerium der Finanzen (BMF) zentrale statistische
Auswertungen zur steuerlichen Förderung der zusätzlichen privaten Altersvorsorge auf seiner Internetseite
zur Verfügung und kommt damit zahlreichen Informationswünschen nach.

Mit Wirkung zum 1. Januar 2018 ist die Förderung angepasst worden: Die Grundzulage wurde von 154 auf
175 Euro pro Jahr erhöht. Durch die Schaffung eines neuen Freibetrags in der Grundsicherung im Alter
und bei Erwerbsminderung werden Riester-Renten zukünftig bei der Berechnung der
Grundsicherungsleistungen nicht mehr voll angerechnet. Leistungen aus dem sog. „betrieblichen Riester“
unterliegen in der Auszahlungsphase nicht mehr der Beitragspflicht in der gesetzlichen
Krankenversicherung (keine „Doppelverbeitragung“ mehr).
In den statistischen Auswertungen werden die jeweiligen Werte für Personen mit Verträgen mit Riester-
Förderung differenziert nach verschiedenen Merkmalen ausgewiesen. Zeitreihen, die die Entwicklung der
geförderten Personen und des Fördervolumen seit 2002 wiedergeben, ergänzen die Tabellen. Die
vorliegenden Tabellen werten die steuerliche Förderung in der Ansparphase aus.
Die dargestellten Ergebnisse basieren auf Werten zum Auswertungsstichtag 15. Mai 2017. Das
Beitragsjahr 2014 steht dabei im Fokus. Die Daten für die Beitragsjahre 2015 und 2016 sind vorläufig, da
die der Statistik zu Grunde liegenden Verwaltungsverfahren noch nicht abgeschlossen sind. Zudem werden
die Ergebnisse für das Beitragsjahr 2013 ausgewiesen.

Kosten der Unterbringung im Altenheim: Doppelter Abzug der Haushaltsersparnis bei

By Privatpersonen

Aufwendungen für die krankheits- oder pflegebedingte Unterbringung in einem Alten- oder
Pflegeheim sind dem Grunde nach als außergewöhnliche Belastungen abzugsfähig. Allerdings ist von den
Aufwendungen eine Haushaltsersparnis abzuziehen, weil in den Unterbringungskosten auch
Lebensführungskosten enthalten sind, die jedem Steuerpflichtigen entstehen und deswegen insoweit nicht
außergewöhnlich sind.
Die jährliche Haushaltsersparnis beträgt für 2018 je Person 9.000 €. Sind beide Ehegatten im Altenheim
untergebracht, verdoppelt sich dieser Betrag. War die Unterbringung nicht das ganze Jahr, ist der Betrag
zeitanteilig umzurechnen. Wird der normale Haushalt weiter aufrechterhalten, braucht die
Haushaltsersparnis nicht abgezogen zu werden.

Neues, strenges Datenschutzrecht tritt am 25. Mai 2018 in Kraft

By Privatpersonen, Selbstständige, Unternehmen

Ab dem 25. Mai 2018 werden die Regelungen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO)
unmittelbar geltendes Recht in allen Staaten der Europäischen Union (EU). Damit wird ein einheitliches
Datenschutzniveau in den Mitgliedstaaten gewährleistet. Die Wahlmöglichkeiten, welche die DSGVO
vorsieht, hat Deutschland im Bundesdatenschutzgesetz (BDSG neu) ausgeübt. Das BDSG neu tritt
ebenfalls am 25. Mai 2018 in Kraft.

Die Datenschutzaufsichtsbehörden erhalten zur Durchsetzung umfangreiche Befugnisse und haben
demgemäß ihre Personalkapazitäten aufgestockt. Flankiert werden die erweiterten Befugnisse durch eine
Ausweitung des Bußgeldrahmens bei Verstößen. Bisher konnten max. 300.000 € als Bußgeld festgesetzt
werden. Zukünftig sind Bußgelder bis 20 Millionen € oder 4 % vom Jahresumsatz zulässig, wobei der
jeweils höhere Wert gilt.
Die DSGVO findet Anwendung auf die Verarbeitung personenbezogener Daten natürlicher Personen, ohne
dies genauer zu definieren. Im Zweifel sollte, z. B. bei der Speicherung einer IP-Adresse, vom
Personenbezug ausgegangen werden.
Anzuwenden sind die Datenschutzbestimmungen, wenn die Verarbeitung der Daten im Rahmen der
Tätigkeiten einer Niederlassung in der EU erfolgt. Die Verarbeitung selbst kann auch außerhalb der EU
stattfinden. Hat ein Unternehmen seine Niederlassung außerhalb der EU, muss es die Regelungen
trotzdem beachten, wenn es Waren oder Dienstleistungen in der EU anbietet und die Datenverarbeitung
mit seinem Angebot zusammenhängt.

Folgende Grundprinzipien sind zu beachten:

• Verbot mit Erlaubnisvorbehalt: Die Verarbeitung personenbezogener Daten ist grundsätzlich
verboten, es sei denn, es liegt eine Einwilligung oder eine in der DSGVO normierte Ausnahme vor.
Eine solche Ausnahme kann z. B. die Verarbeitung zur Erfüllung eines Vertrags oder zur Erfüllung
einer rechtlichen Verpflichtung sein.
• Datensparsamkeit: Die Verarbeitung personenbezogener Daten muss auf das für den Zweck der
Verarbeitung notwendige Maß beschränkt sowie dem Zweck angemessen und sachlich relevant
sein.
• Zweckbindung: Personenbezogene Daten dürfen nur für festgelegte, eindeutige und rechtmäßige
Zwecke erhoben werden.
• Datensicherheit: Der Unternehmer hat geeignete technische und organisatorische Maßnahmen zur
Datensicherheit umzusetzen. Dabei hat er neben dem Stand der Technik und den
Implementierungskosten, den Zweck der Datenverarbeitung, aber auch die
Eintrittswahrscheinlichkeit und die Schwere des Risikos für die persönlichen Rechte zu
berücksichtigen. Eine Verletzung des Schutzes personenbezogener Daten muss der Unternehmer
unverzüglich, nach Möglichkeit innerhalb von 72 Stunden nach Bekanntwerden des Vorfalls, an die
zuständige Datenschutzbehörde melden. Es sei denn, die Verletzung führt voraussichtlich nicht zu
einem Risiko für die persönlichen Rechte und Freiheiten des Betroffenen.
• Betroffenenrechte: Unternehmen haben gegenüber den Betroffenen weitreichende
Informationspflichten zu erfüllen, z. B. über den Zweck und die Rechtsgrundlage der
Datenverarbeitung. Sie müssen gegenüber einer anfragenden Person Auskunft darüber geben, ob
und ggf. welche Daten dieser Personen sie verarbeitet haben. Darüber hinaus können Betroffene
von Unternehmen verlangen, dass unzutreffende personenbezogene Daten berichtigt oder Daten
gelöscht werden, weil z. B. die Einwilligung zur Datenverarbeitung widerrufen wurde.
• Datenschutz-Folgenabschätzung: Diese muss der Unternehmer vorab vorsorglich durchführen,
wenn die Art der Verarbeitung personenbezogener Daten voraussichtlich ein hohes Risiko für die
persönlichen Rechte und Freiheiten birgt.
• Datenschutzbeauftragter: Ein Datenschutzbeauftragter ist u. a. zu benennen, wenn ein deutsches
Unternehmen mehr als zehn Personen mit der automatisierten Verarbeitung personenbezogener
Daten beschäftigt. Muss ein Unternehmen eine Datenschutz-Folgenabschätzung durchführen, ist
ein Datenschutzbeauftragter unabhängig von der Anzahl der Beschäftigten, die personenbezogene
Daten verarbeiten, zu benennen.

Das neue Datenschutzrecht beinhaltet umfangreiche und detaillierte Pflichten für Unternehmen. Es
müssen interne Prozesse angepasst bzw. neu etabliert werden. Auch eine Schulung der Mitarbeiter ist
unerlässlich. Unternehmen sollten unverzüglich, ggf. unter Hinzuziehung ihres Rechtsberaters oder eines
Datenschutz-Dienstleisters, mit der Umsetzung beginnen.

Geldvermögensbildung der privaten Haushalte in Deutschland

By Privatpersonen

Zum Ende des dritten Quartals 2017 belief sich das Geldvermögen der privaten Haushalte
auf 5.779 Milliarden (bzw. 5,779 Billionen) Euro. Damit stieg es gegenüber dem zweiten Quartal 2017 um
66 Mrd. Euro (plus 1,2 Prozent). Dies teilte die Deutsche Bundesbank mit.

Die transaktionsbedingte Geldvermögensbildung der privaten Haushalte betrug im dritten Quartal 2017
per saldo 47 Mrd. Euro, womit sie sich weiterhin auf einem hohen Niveau bewegte. Dabei dominierte der
Aufbau von Bargeld und Sichteinlagen in Höhe von 23 Mrd. Euro, während Termineinlagen sowie
Spareinlagen und -briefe in geringem Maß abgebaut wurden. Darüber hinaus fiel auch der Erwerb von
Ansprüchen gegenüber Versicherungen mit 15 Mrd. Euro ins Gewicht. Im Umfeld niedriger Zinsen deutet
das Anlageverhalten der privaten Haushalte insgesamt erneut auf die ausgeprägte Präferenz für besonders
liquide und/oder als risikoarm wahrgenommene Anlagen hin.

Präferenz für liquide und risikoärmere Anlageformen
Gemessen an den Entwicklungen seit der Finanz- und Wirtschaftskrise fiel – wie seit nun einigen Quartalen
– auch das Kapitalmarktengagement im Berichtszeitraum per saldo hoch aus. Dabei wurden
börsennotierte Aktien (größtenteils aus dem Ausland) sowie Anteile an Investmentfonds (4 Mrd. Euro bzw.
9 Mrd. Euro) wie bereits in den Vorquartalen in vergleichsweise großem Umfang erworben.

Bei den Investmentfondsanteilen handelte es sich vor allem um Anteile an Aktien- und gemischten
Wertpapierfonds. Während somit das Portfolioverhalten zwar insgesamt weiterhin von der Präferenz für
liquide und risikoärmere Anlageformen dominiert wird, legt diese jüngere Entwicklung ein seit der Finanz-
und Wirtschaftskrise erhöhtes Renditebewusstsein nahe, da derartige Wertpapiere typischerweise als
riskanter wahrgenommen und folglich in Erwartung höherer Renditen erworben werden. Bei den
Schuldverschreibungen gab es hingegen abermals Mittelabflüsse, die mit 2,4 Mrd. Euro indes nicht
außerordentlich hoch ausfielen.

Wieder mehr Kursgewinne im dritten Quartal
Anders als im Vorquartal verzeichneten die privaten Haushalte in Deutschland im dritten Quartal
Bewertungsgewinne, die das gehaltene Geldvermögen zusätzlich zum transaktionsbedingten Anstieg um
19 Mrd. Euro erhöhten. Dahinter standen vor allem Kursgewinne bei börsennotierten Aktien und
Investmentfondsanteilen. Zusammengenommen führten diese Entwicklungen zu einem Anstieg des
Geldvermögens um 66 Mrd. Euro bzw. 1,2 Prozent auf 5.779 Mrd. Euro.

Für Gewinne aus Bitcoin-Geschäften gilt Spekulationsfrist

By Privatpersonen

Mit dem Bitcoin-Kurs ließen sich in den Wochen vor Weihnachten schnell beachtliche Gewinne
erzielen. Allerdings müssen Anleger daran unter Umständen das Finanzamt beteiligen – je nachdem wie
viel Zeit vergangen ist zwischen dem Bitcoin-Kauf und -Verkauf.

Grundsätzlich gelten nach Angaben des Bundesfinanzministeriums für Bitcoin die Regeln für sogenannte
Spekulationsgeschäfte. Das heißt: Kursgewinne sind steuerpflichtig, wenn zwischen Kauf und Verkauf nicht
mehr als ein Jahr lag. Ist die Jahresfrist abgelaufen, sind die Gewinne steuerfrei. Das gilt spiegelbildlich
auch für Verluste.

„Werden die Gewinne innerhalb der Jahresfrist erzielt, zählen sie zum Einkommen“, sagt Uwe Rauhöft vom
Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine (BVL). „Das heißt, es gilt der persönliche Steuersatz.“ Je nach
Höhe des Gewinns kann dieser Steuersatz deutlich steigen.

Ein Beispiel: Wer ein zu versteuerndes Jahreseinkommen von 35 000 Euro hat, hat einen persönlichen
Grenzsteuersatz von 35,3 Prozent inklusive Solidaritätszuschlag. Fällig werden rund 7424 Euro Steuern.
Erzielt ein solcher Steuerzahler innerhalb der Jahresfrist einen Gewinn aus Bitcoin-Geschäften in Höhe von
20 000 Euro, steigt der persönliche Steuersatz auf 44,3 Prozent samt Solidaritätszuschlag. Zusätzlich zahlt
der Anleger in diesem Fall rund 8000 Euro Steuern.

Erzielt der Anleger innerhalb der Spekulationsfrist dagegen Verluste, kann er diese auch nur mit
entsprechenden Gewinnen gegenrechnen. „Wenn es keine entsprechenden Gewinne gibt, können Sie die
Verluste über die Einkommensteuererklärung feststellen lassen“, sagt Rauhöft. „Dann können sie auch
später mit Gewinnen verrechnet werden.“