Investitionsabzugsbetrag: Steueränderung 2021 beachten

Handwerksbetriebe, die als Personengesellschaft geführt werden, müssen aufpassen. Für einen Investitionsabzugsbetrag, der ab 2021 vom Gewinn abgezogen wird, gelten neue Regelungen.

Betreiben Sie die Geschäfte Ihres Handwerksbetriebs in der Rechtsform einer Personengesellschaft, gilt beim Investitionsabzugsbetrag nach § 7g Abs. 1 EStG für geplante Investitionen eine Besonderheit.

Denn machte die Personengesellschaft für geplante betriebliche Investitionen einen gewinnmindernden Investitionsabzugsbetrag geltend, durfte die Investition ausnahmsweise auch durch den Gesellschafter der Personengesellschaft vorgenommen werden. Bei Aktivierung des gekauften Wirtschaftsguts im Sonderbetriebsvermögen des Gesellschafters, war es für § 7g Abs. 1 EStG unschädlich, dass die Investition nicht von der Personengesellschaft, sondern vom Gesellschafter durchgeführt wurde (BMF, Schreiben v. 26.8.2019, BStBl 2019 BStBl I S. 879).

Investitionsabzugsbetrag: Änderung der Gesetzeslage seit 2021

Doch dieses BMF-Schreiben gilt für Investitionsabzugsbeträge, die ab 2021 vom Gewinn abgezogen werden, nicht mehr. Das wurde kaum bemerkt im Jahressteuergesetz 2020 in § 7g Abs. 7 EStG geregelt.

Das bedeutet im Klartext: Zieht ein Unternehmer von dem Gewinn 2021 seiner Personengesellschaft einen Investitionsabzugsbetrag von 50.000 Euro ab und in den Jahren 2022 bis 2014 kauft nicht die Personengesellschaft den betrieblichen Gegenstand, sondern der Gesellschafter, kippt das Finanzamt den Investitionsabzugsbetrag 2021 rückwirkend. Kippen bedeutet, dass das Finanzamt den Steuerbescheid 2021 ändert, den Gewinn um den zu Unrecht abgezogenen Investitionsabzugsbetrag erhöht und Steuern plus Zinsen nachfordert.

Steuertipp: Betreiben Sie Ihre Geschäfte im Rahmen einer Personengesellschaft und planen 2021 den Abzug eines Investitionsabzugsbetrags, suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Steuerberater. Er wird überwachen, dass die spätere Investition dann tatsächlich von der Personengesellschaft ausgeübt wird und nicht von Ihnen als Gesellschafter.