Höhe und anrechenbare Arbeitgeberleistungen

Der Mindestlohn beträgt ab dem 1. Juli 2021 genau 9,60 € brutto „je Zeitstunde“. Vereinbarungen zwischen den Arbeitsvertragsparteien, die den Anspruch auf Mindestlohn unterschreiten oder seine Geltendmachung beschränken oder ausschließen, sind insoweit unwirksam.

Risiko: Es besteht die Gefahr, dass bei bestehenden Entgeltvereinbarungen, die zum 01.07.2021 noch ein Stundenentgelt unter 9,60 € vorsehen, Gerichte in Streitfällen § 612 Abs. 2 BGB anwenden. Danach tritt an die Stelle einer unwirksamen Vergütungsvereinbarung die „übliche“ Vergütung. Das ist oftmals die im Tarifvertrag vorgesehene Vergütung, die höher sein kann als 9,60 €. Es empfiehlt sich daher, dass Arbeitgeber durch eine entsprechende schriftliche Erklärung gegenüber dem Mitarbeiter vor dem 01.07.2021 klarstellen, dass die Vergütungshöhe spätestens ab dem 01.07.2021 9,60 € pro Stunde beträgt.

Praxistipp: Der erhöhte Mindestlohn wird sich in den ersten Monaten nach den künftigen Erhöhungen auch auf die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall sowie dass während des Erholungsurlaubs des Arbeitnehmers zu zahlende Urlaubsentgelt auswirken.