Möglichkeiten Vergütung von Mitarbeitern

  1. Möglichkeiten zur Vergütung von Mitarbeitern, die sehr großen Einsatz zeigen oder eine Option zur Aufstockung des Kurzarbeitergeldes
  2. Update zum Thema Stundung von Mietzahlungen
  3. Arbeitgeber wollen Tariferhöhung aufschieben
  4. Rechtliche Hilfestellungen – Fernabsatz
  5. Ausweitung der Soforthilfen auf Unternehmen mit bis zu 250 Mitarbeitern geplant

1. Möglichkeiten zur Vergütung von Mitarbeitern, die sehr großen Einsatz zeigen oder eine Option zur Aufstockung des Kurzarbeitergeldes

Noch nie befanden wir uns in Deutschland in einer Situation, die uns mehr verunsichert hat, als die gerade bestehende Corona-Krise. Manche Betriebe kommen mit der Arbeit nicht nach, andere entsenden ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit. Die Bundesregierung versucht hier gemeinsam mit dem Handelsverband Ausgleiche zu schaffen.

  • So können Menschen, die in Kurzarbeit sind, in sogenannten systemrelevanten Tätigkeiten auch Nebenjobs annehmen und Hinzuverdienste generieren, die auf das Kurzarbeitergeld keine Anrechnung finden.
  • Zudem wurden die Zeitgrenzen für eine kurzfristige Beschäftigung in der Zeit vom 1. März bis zum 31. Oktober 2020 auf fünf Monate oder 115 Arbeitstage angehoben.
  • Für eine kurzfristige Beschäftigung werden keine Beiträge zur Rentenversicherung gezahlt und somit auch keine Rentenanwartschaften erworben. Die Höhe des Verdienstes spielt keine Rolle. Maßgeblich ist, dass die Beschäftigung von vornherein vertraglich oder aufgrund ihrer Eigenart befristet ist und nicht berufsmäßig ausgeübt wird.

Es bleibt die Frage nach der Vergütung von Mitarbeitern, die sehr großen Einsatz zeigen und für eine Option der Aufstockung der Kurzarbeitergelder. Die Bundesregierung arbeitet an einer steuerfreien Prämienlösung in Höhe von 1.500 EUR. Diese ist bis dato noch nicht verabschiedet.

Doch was könnte man noch tun? Gerade Netto-Zahlungen sind hier von großer Bedeutung für die Mitarbeiter, daher wollen wir hier ein paar Anhaltspunkte dazu geben.

  • Aufmerksamkeiten: dazu gehören Geschenke an Mitarbeiter aufgrund eines persönlichen Anlasses (Geburtstag etc.) bis zu 60,00 Euro, die steuer- und sv-frei verbleiben. Dahinter verbirgt sich aber auch die steuerfreie Bestellung einer Pizza für die Mitarbeiter, die abends noch länger arbeiten.
  • Fahrtkostenzuschüsse: können für öffentliche Verkehrsmittel für die Mitarbeiter für die Fahrten von und zum Unternehmen steuer- und sv-frei gewährt werden. Für Autofahrer gibt es die Option der Pauschalversteuerung von 15 %, die der Arbeitgeber trägt.
  • Internetzuschüsse: können bis zu maximal 50,00 Euro netto den daheim arbeitenden Mitarbeitern gewährt werden. Die Pauschalsteuer von 25 % trägt der Arbeitgeber.
  • Mankogeld: kann bis zu 16,00 Euro netto je Monat an Kassenkräfte ausgezahlt werden.
  • Rabatte: für die unentgeltliche oder verbilligte Überlassung von Waren oder Dienstleistungen
  • Restaurantgutscheine: bei der Ausgabe von Essensmarken und Restaurantschecks entsteht steuerpflichtiger geldwerter Vorteil, wenn der Arbeitgeber den Wert auf 6,50 Euro arbeitstäglich begrenzt.
  • Sachbezüge: bis zu 44,00 Euro netto können je Monat jedem Mitarbeiter gewährt werden, also z.B. in Form eines Gutscheines über Drogerieartikel oder über Videos oder Bücher sowie Spiele für zu Hause.
  • Verpflegungsmehraufwand: kann bis zu 14,00 Euro an LKW-Fahrer oder andere Mitarbeiter mit beruflich bedingter Auswärtstätigkeit gezahlt werden, wenn diese über 8 Stunden abwesend sind. Bei mehr als 24 Stunden Abwesenheit können bis zu 28,00 Euro gezahlt werden. Diese Beträge können bei Bedarf verdoppelt werden; der verdoppelte Betrag ist dann mit 25 % pauschal zu versteuern; diese kann auch hier er Arbeitgeber übernehmen.
  • Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit: können in Abhängigkeit vom Zeitpunkt der Erbringung bei Nachtarbeit mit 25 bzw. 40 % steuerfrei ausgezahlt werden, bei Sonntagsarbeit mit 50 % und bei Feiertagsarbeit mit 125 % bzw. 150 % für bestimmte Feiertage

Generell sind bei all diesen Themen immer einige Voraussetzungen zu beachten, damit die Bewertung steuerfrei erfolgen kann.

2. Update zum Thema Stundung von Mietzahlungen

Gesetz zur Abmilderung der Folgen der COVID-19-Pandemie im Zivil-, Insolvenz- und Strafverfahrensrecht im Bundesgesetzblatt veröffentlicht worden.

Bitte beachten Sie, dass bei Mietobjekten, die von der Ladenschließung betroffen sind, nach einem Gutachten unseres Bundesverbandes über den Wegfall der Geschäftsgrundlage ein Anspruch auf Stundung der Mietzahlungen (inkl. Nebenkosten) besteht. Ein Musterschreiben finden Sie hier.

Eine fristlose Kündigung des Gewerbemietvertrags durch den Vermieter ist unzulässig.

Hintergrund:

Wegen Schulden aus Miet- und Pachtverträgen über Grundstücke und Räume, die im Zeitraum vom 1. April 2020 bis 30. Juni 2020 entstanden sind, dürfen Vermieter das Mietverhältnis nicht kündigen. Der Zusammenhang zwischen COVID-19-Pandemie und Nichtleistung ist vom Mieter glaubhaft zu machen. Diese Regelung gilt auch für Gewerberäume. Die gewerblichen Mieter bleiben aber zur Leistung verpflichtet und geraten bei Nichtleistung der Miete in Verzug mit den entsprechenden Rechtsfolgen (Verzugsschadensersatz). Ab dem 30.06.2020 hat der Vermieter bei Zahlungsrückständen wieder die Möglichkeit, eine fristlose Kündigung für Zahlungsrückstände zu erklären, soweit diese in dieser Zeit anfallen. Die Zahlungsrückstände aus der Zeit vom 01.04. bis 30.06.2020 müssen spätestens bis zum 30.06.2022 ausgeglichen werden, anschließend hat der Vermieter wegen solcher Zahlungsrückstände wieder eine außerordentliche Kündigungsmöglichkeit. Die ordentliche Kündigung der Gewerberäume bleibt auch in der Zeit vom 01.04. bis 30.06.20 möglich (Art. 5 des Gesetzes zur Abmilderung der Folgen der Covid-19-Pandemie im Zivil-, Insolvenz- und Strafverfahrensrecht).

3 . Arbeitgeber wollen Tariferhöhung aufschieben

Unser Dachverband HDE fordert ein „tarifliches Rettungspaket“ von der Gewerkschaft Verdi. In Not geratene Unternehmen sollen die anstehende Tariferhöhung bis zum Jahreswechsel aussetzen können. Verdi weist auf eine andere Lösungsmöglichkeit hin.

Handelsunternehmen sollen die je nach Tarifbezirk im April und Mai anstehende Erhöhung der Löhne und Gehälter um 1,8 Prozent bis maximal zum Jahresende verschieben können, wenn dies dazu dient, die Existenz des Unternehmens und die Arbeitsplätze zu retten. So lautet der Vorschlag der Arbeitgeberseite.

Die Gewerkschaft Verdi lehnt eine solche Änderung des Tarifabschlusses von 2019 jedoch strikt ab. Sie sieht keine Notwendigkeit für eine pauschale Aufschiebung der Gehaltserhöhungen.

4. Rechtliche Hilfestellungen – Fernabsatz

Aufgrund der in der CoronaVO angeordneten Geschäftsschließungen denken Händler verstärkt über den Verkauf ihrer Sortimente im Netz und über andere Kommunikationswege (wie Telefon, Whatsapp etc.) nach. Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass der Verkauf über diese Kanäle Fernabsatz ist. Für den Fernabsatz gelten bestimmte gesetzliche Regelungen. So muss der Kunde z.B. über sein Widerrufsrecht belehrt werden

5. Ausweitung der Soforthilfen auf Unternehmen mit bis zu 250 Mitarbeitern geplant

Das baden-württembergische Wirtschaftsministerium kündigt ein Milliardenprogramm für mittelständische Firmen an, die mehr als 50 Beschäftigte haben. Gegenüber der Redaktion des Mannheimer Morgen erklärte Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU), es gehe konkret um ein „Baden-Württemberg-Paket“, das flankierend zu den Maßnahmen des Bundes und der KfW zeitnah aufs Gleis gesetzt werden soll. Das Hilfspaket soll einen Umfang von mindestens zwei Milliarden Euro haben.

Denn gesamten Kurzartikel lesen Sie hier: https://www.morgenweb.de/mannheimer-morgen_artikel,-wirtschaft-land-stuetzt-mittelstand-_arid,1623916.html

 

 

Quelle: Handelsverband Südbaden e. V.