Kindergeld für ein berufsbegleitendes Masterstudium

By 30. Juli 2018 September 11th, 2018 Allgemein, Kanzlei News, Privatpersonen

Kindergeldtechnisch endet das erste Studium nicht unbedingt mit einem Bachelor-Abschluss,
entschied das Finanzgericht Baden-Württemberg. Entscheidend seien vielmehr das angestrebte Berufsziel
und ob der erste Abschluss ein integrativer Bestandteil eines einheitlichen Ausbildungsgangs ist.
Eine junge Frau hatte ihr Bachelorstudium im Studiengang Betriebswirtschaftslehre mit der
Studienrichtung Dienstleistungsmanagement mit dem Bachelor of Arts abgeschlossen. In unmittelbarem
Anschluss begann sie eine Ausbildung als Angestellte in Vollzeit. Berufsbegleitend studierte sie weiter mit
dem Ziel Master of Science Wirtschaft und Psychologie. Die Familienkasse strich der Familie daraufhin das
Kindergeld. Begründung: Das Masterstudium sei ein weiterbildender Studiengang. Dieser führe die
Erstausbildung nicht fort.
Das sah das Finanzgericht Baden-Württemberg mit Urteil vom 16. Januar 2018 (Az. 6 K 3796/16) anders:
So habe die junge Frau ihre erstmalige Berufsausbildung noch nicht mit dem Bachelorabschluss beendet.
Abgeschlossen sei deren erstmalige Berufsausbildung erst mit Abschluss des Masterstudiums.
Entscheidend seien das angestrebte Berufsziel und ob sich der erste Abschluss als integrativer Bestandteil
eines einheitlichen Ausbildungsganges darstelle, so die Richter.
Erforderlich sei eine Ausbildungsmaßnahme, die als Grundlage für den angestrebten Beruf geeignet sei.
Hierfür spreche auch die Zusage des Arbeitgebers, das Masterstudium finanziell zu fördern. An einer
ernsthaften und nachhaltigen Vorbereitung auf den angestrebten Beruf fehle es nicht schon, wenn das
Kind neben der Ausbildungsmaßnahme arbeite. Der stringente Verlauf des absolvierten Studiums belege
die ernsthafte und nachhaltige Durchführung.