Kindergeld auch bei Ausbildungsunterbrechung

By 20. März 2018 Juni 14th, 2018 Privatpersonen

Der Anspruch auf Kindergeld besteht fort, wenn ein Kind zwar seine Ausbildung wegen einer
dauerhaften Erkrankung unterbrechen muss, aber weiterhin ausbildungswillig ist.
Geklagt hatte die Mutter einer Auszubildenden bei einer staatlich anerkannten Berufsfachschule für Mode.
Die Tochter musste die Ausbildung krankheitsbedingt unterbrechen, das belegte das Attest einer
Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie. Dennoch stellte die Familienkasse die Kindergeldzahlung ein.
Dagegen wehrte sich die Mutter und ließ ihre Tochter – wie von der Kasse gefordert – amtsärztlich
untersuchen, mit demselben Ergebnis. Die Klägerin und ihre Tochter teilten der Kasse anschließend mit,
dass eine Ausbildung oder ein Studium voraussichtlich in einigen Monaten aufgenommen beziehungsweise
fortgesetzt werde. Die Familienkasse lehnte die Gewährung von Kindergeld dennoch mit der Begründung
ab, die Tochter habe die Ausbildung abgebrochen.

Zu Unrecht, wie das Finanzgericht Rheinland-Pfalz mit Urteil vom 20. Februar 2018 (2 K 2487/16)
feststellte. Es fehle an Anhaltspunkten für die Annahme, die Tochter der Klägerin habe wegen ihrer
Erkrankung die Absicht aufgegeben, ihre Ausbildung nach der Genesung fortzusetzen. Dass die Dauer der
Unterbrechung noch nicht absehbar sei, sei unschädlich. Maßgeblich sei nur, dass die Ausbildung aus
krankheitsbedingten und damit objektiven Gründen unterbrochen worden sei.