Kein häusliches Arbeitszimmer bei nur geringfügiger beruflicher Nutzung

By 12. Februar 2018 Juni 14th, 2018 Privatpersonen

Das Finanzgericht (FG) Rheinland-Pfalz hat entschieden, dass Kosten für ein häusliches
Arbeitszimmer nicht als Betriebsausgaben bei den gewerblichen Einkünften aus dem Betrieb einer
Photovoltaik-Anlage zu berücksichtigen sind, wenn eine geringfügige betriebliche Nutzung des
Arbeitszimmers vorliegt und der Raum vereinzelt privat genutzt wird.

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat bislang offen gelassen, wo die Grenze zwischen einer nur „unwesentlichen“
bzw. „untergeordneten“ und einer erheblichen privaten Mitnutzung liegen soll. Das FG Rheinland-Pfalz
vertritt jetzt in seinem Urteil vom 25. Januar 2018 (Az. 6 K 2234/17) die Auffassung, dass es keine
allgemeingültige, sondern eine am Umfang der betrieblichen/beruflichen Nutzung orientierte
Wesentlichkeitsgrenze gebe. Bei einer nur geringfügigen betrieblichen Nutzung sei dementsprechend
schon eine vereinzelte Privatnutzung schädlich.

Der Fall: Gewerbliche Einkünfte aus einer Photovoltaikanlage
Die Klägerin betreibt eine Photovoltaikanlage und erzielt daraus gewerbliche Einkünfte. In ihrer
Steuererklärung machte sie auch Aufwendungen für ein Arbeitszimmer in Höhe von 1.700 Euro als
Betriebsausgaben geltend. Das Finanzamt erkannte die Aufwendungen nicht an, weil für das Betreiben der
Photovoltaikanlage kein Arbeitszimmer erforderlich sei. Auch das FG Rheinland-Pfalz versagte mit Urteil
vom 25. Januar 2018 (6 K 2234/17) den Betriebsausgabenabzug, allerdings mit einer anderen
Begründung.

Nicht Erforderlichkeit, sondern Umfang der Privatnutzung maßgeblich
Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofes (BFH) sei zwar nicht die „Erforderlichkeit“, jedoch der
Umfang der Privatnutzung eines häuslichen Arbeitszimmers zu prüfen. Denn Aufwendungen für einen in
die häusliche Sphäre des Steuerpflichtigen eingebundenen Raum, der sowohl zur Erzielung von Einkünften
als auch – in mehr als nur untergeordnetem Umfang – zu privaten Zwecken genutzt werde, seien
insgesamt nicht abziehbar. Eine Aufteilung der Kosten finde nicht statt.

Das Gericht hatte nach Würdigung aller Umstände die Überzeugung gewonnen, dass das Arbeitszimmer im
vorliegenden Fall allenfalls wenige Stunden pro Jahr für betriebliche Zwecke und im Übrigen entweder
privat oder gar nicht genutzt worden sei. Zwar sei der Anteil der Privatnutzung nicht zweifelsfrei
feststellbar; erfolge jedoch – wie hier – eine nur geringfügige betriebliche Nutzung, sei der
Betriebsausgabenabzug schon dann zu versagen, wenn der Raum auch nur vereinzelt privat genutzt
werde.
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Frist für die beim BFH einzulegende Beschwerde gegen die
Nichtzulassung der Revision endet am 6. März 2018.