Einnahmen-Überschuss-Rechnung: Keine Pflicht zur Vergabe lückenlos fortlaufender Rechnungsnummern

By 15. Januar 2018 Juni 14th, 2018 Selbstständige, Unternehmen

Verwendet ein Unternehmer keine lückenlos fortlaufenden Rechnungsnummern, so
berechtigt dies alleine das Finanzamt nicht zur Erhöhung des Gewinns durch Schätzung eines „Un“-
Sicherheitszuschlags. Dies hat das Finanzgericht (FG) Köln für den Fall der Gewinnermittlung durch
Einnahmen-Überschuss-Rechnung entschieden.
Der Kläger verwendete auf seinen elektronischen Rechnungen ausschließlich Buchungsnummern, die
computergesteuert durch eine Kombination aus Veranstaltungsnummer, Geburtsdatum des Kunden und
Rechnungsdatum erzeugt wurden. Damit wurde jede Buchungsnummer zwar nur einmalig vergeben, diese
bauten aber nicht numerisch aufeinander auf. Nach Meinung des Finanzamts lag hierin ein
schwerwiegender Mangel der Buchführung des Klägers, der eine Gewinnerhöhung durch einen „Un“-
Sicherheitszuschlag rechtfertige.

Dem folgte der Senat mit seinem Urteil vom 07.12.2017 (15 K 1122/16) jedoch nicht und machte die
Gewinnerhöhung rückgängig. Denn es bestehe weder eine gesetzliche noch eine aus der Rechtsprechung
herleitbare Pflicht zur Vergabe einer Rechnungsnummer nach einem bestimmten lückenlosen numerischen
System.

Der Senat hat die Revision zum Bundesfinanzhof in München zugelassen.