Für Gewinne aus Bitcoin-Geschäften gilt Spekulationsfrist

By 10. Januar 2018 Juni 14th, 2018 Privatpersonen

Mit dem Bitcoin-Kurs ließen sich in den Wochen vor Weihnachten schnell beachtliche Gewinne
erzielen. Allerdings müssen Anleger daran unter Umständen das Finanzamt beteiligen – je nachdem wie
viel Zeit vergangen ist zwischen dem Bitcoin-Kauf und -Verkauf.

Grundsätzlich gelten nach Angaben des Bundesfinanzministeriums für Bitcoin die Regeln für sogenannte
Spekulationsgeschäfte. Das heißt: Kursgewinne sind steuerpflichtig, wenn zwischen Kauf und Verkauf nicht
mehr als ein Jahr lag. Ist die Jahresfrist abgelaufen, sind die Gewinne steuerfrei. Das gilt spiegelbildlich
auch für Verluste.

„Werden die Gewinne innerhalb der Jahresfrist erzielt, zählen sie zum Einkommen“, sagt Uwe Rauhöft vom
Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine (BVL). „Das heißt, es gilt der persönliche Steuersatz.“ Je nach
Höhe des Gewinns kann dieser Steuersatz deutlich steigen.

Ein Beispiel: Wer ein zu versteuerndes Jahreseinkommen von 35 000 Euro hat, hat einen persönlichen
Grenzsteuersatz von 35,3 Prozent inklusive Solidaritätszuschlag. Fällig werden rund 7424 Euro Steuern.
Erzielt ein solcher Steuerzahler innerhalb der Jahresfrist einen Gewinn aus Bitcoin-Geschäften in Höhe von
20 000 Euro, steigt der persönliche Steuersatz auf 44,3 Prozent samt Solidaritätszuschlag. Zusätzlich zahlt
der Anleger in diesem Fall rund 8000 Euro Steuern.

Erzielt der Anleger innerhalb der Spekulationsfrist dagegen Verluste, kann er diese auch nur mit
entsprechenden Gewinnen gegenrechnen. „Wenn es keine entsprechenden Gewinne gibt, können Sie die
Verluste über die Einkommensteuererklärung feststellen lassen“, sagt Rauhöft. „Dann können sie auch
später mit Gewinnen verrechnet werden.“