Trockenes Brötchen und Kaffee? Ein (steuerliches) Frühstück sieht anders aus …

By 5. November 2017 Juni 14th, 2018 Unternehmen

Das Finanzgericht (FG) Münster hat entschieden, dass trockene Brötchen in Kombination mit
Heißgetränken kein lohnsteuerpflichtiger Sachbezug in Form eines Frühstücks sind.

Ein Softwareunternehmen mit 80 Mitarbeitern bestellte täglich ca. 150 Brötchen (Laugen-, Käse-, Schokound
Roggenbrötchen etc.), die in Körben auf einem Buffet in der Kantine für Mitarbeiter sowie für Kunden
und Gäste zum Verzehr zur Verfügung standen. Dabei wurden nur die Brötchen, aber kein Aufschnitt oder
sonstiger Brotaufstrich ausgereicht. Zudem konnten sich die Mitarbeiter, Kunden und Gäste ganztägig
unentgeltlich aus einem Heißgetränkeautomaten bedienen. Ein Großteil der Brötchen wurde von den
Mitarbeitern in der Vormittagspause verzehrt. Das Finanzamt sah hierin eine unentgeltliche
Zurverfügungstellung einer Mahlzeit an Arbeitnehmer in Form eines Frühstücks, welches als Sachbezug
mit den amtlichen Sachbezugswerten von 1,50 bis 1,57 Euro je Mitarbeiter und Arbeitstag zu besteuern
sei.

„Frühstück“ versus „Kost“
Dem folgt das FG Münster nicht: Ein trockenes Brötchen und ein Heißgetränk seien kein Sachbezug in
Form eines „Frühstücks“. Zu den Mindeststandards eines Frühstücks gehöre nach dem allgemeinen
Sprachgebrauch neben Brötchen und Getränken auch ein entsprechender Brotaufstrich. Im Streitfall
handele es sich deshalb steuerlich um einen Sachbezug in Form von „Kost“, was zur Folge habe, dass eine
andere Freigrenze Anwendung finde, welche im Streitfall nicht überschritten worden sei.

Verfahren beim BFH anhängig
Wegen grundsätzlicher Bedeutung der Streitfrage hat der Senat die Revision zum Bundesfinanzhof
zugelassen, welche dort unter dem Aktenzeichen VI R 36/17 anhängig ist.