Mehr Verbraucherschutz und Sicherheit im Zahlungverkehr

By 8. Februar 2017 Juni 14th, 2018 Unternehmen

Händler dürfen in Zukunft in vielen Fällen keine gesonderten Entgelte für Kartenzahlungen,
Überweisungen und Lastschriften mehr verlangen. Dies gilt europaweit – sowohl für Zahlungen an der
Ladenkasse als auch im Internet. So sieht es ein Gesetzentwurf vor, den die Bundesregierung am 8.
Februar 2017 beschlossen hat.
Der Gesetzentwurf sieht außerdem vor, dass das bislang vertraglich zwischen Bank und Kunde vereinbarte
achtwöchige Erstattungsrecht nunmehr gesetzlich verankert wird. Verbraucher können sich Lastschriften
weiterhin ohne Angabe von Gründen erstatten lassen. Auch dies gilt in Zukunft europaweit.
Die Sicherheit von Zahlungen – insbesondere im Internet – soll dadurch verbessert werden, dass
Zahlungsdienstleister zukünftig für risikoreiche Zahlungen eine starke Kundenauthentifizierung, d.h. eine
Legitimation über mindestens zwei Komponenten (z. B. Karte und TAN) verlangen sollen.

Zum Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher haften diese für nicht autorisierte Zahlungen
grundsätzlich nur noch bis zu einem Betrag von 50 Euro (zuvor: 150 Euro). Auch werden die
Mindestanforderungen an die Darlegungs- und Beweislast von Zahlungsdienstleistern bei nicht
autorisierten Zahlungsvorgängen zugunsten der Verbraucher erhöht: Danach muss der
Zahlungsdienstleister künftig unterstützende Beweismittel vorlegen, um Betrug oder grobe Fahrlässigkeit
des Zahlungsdienstnutzers nachzuweisen. Bei Fehlüberweisungen ist eine Mitwirkungspflicht des
Zahlungsdienstleisters des Zahlungsempfängers vorgesehen, um es dem Verbraucher zu erleichtern,
fehlüberwiesenes Geld zurückzuerlangen.