Vermietung: Aufwendungen für Einbauküche nicht sofort abziehbar

By 7. Dezember 2016 Juni 14th, 2018 Immobilienbesitzer

Die Aufwendungen für die komplette Erneuerung einer Einbauküche in einem vermieteten
Immobilienobjekt sind nicht sofort als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und
Verpachtung abziehbar, sondern müssen über zehn Jahre abgeschrieben werden.
Im Streitfall hatte der Kläger Einbauküchen in mehreren ihm gehörenden Mietobjekten entfernt und durch
neue ersetzt (Spüle, Herd, Einbaumöbel und Elektrogeräte). Er vertrat die Auffassung, dass die hierfür
entstandenen Aufwendungen als sog. „Erhaltungsaufwand“ sofort abziehbar seien. Wie der
Bundesfinanzhof (BFH) nun jedoch – unter Aufgabe seiner bisherigen Rechtsprechung – entschieden hat,
müssen die Aufwendungen vielmehr über einen Zeitraum von zehn Jahren im Wege der Absetzungen für
Abnutzung (AfA) abgeschrieben werden (Urteil vom 3. August 2016, Az. IX R 14/15).

Bundesfinanzhof ändert Rechtsprechung

Die Neubeurteilung beruht maßgeblich auf einem geänderten Verständnis zum Begriff der wesentlichen
Bestandteile bei Wohngebäuden. Hierzu gehören die Gegenstände, ohne die das Wohngebäude „unfertig“
ist. Der BFH hatte bislang die Auffassung vertreten, dass die in einer Einbauküche verbaute Spüle als
Gebäudebestandteil anzusehen ist und dass dies nach Maßgabe regional ggf. unterschiedlicher
Verkehrsauffassung auch für den Küchenherd gilt. Danach waren Aufwendungen für die Erneuerung dieser
Gegenstände als Erhaltungsaufwand sofort abziehbar.

Kein Erhaltungsaufwand sondern AfA

Demgegenüber geht der BFH nunmehr davon aus, dass Spüle und Kochherd keine unselbständigen
Gebäudebestandteile mehr sind. Der BFH begründet dies mit der geänderten Ausstattungspraxis.
Danach sind die einzelnen Elemente einer Einbauküche ein eigenständiges und zudem einheitliches
Wirtschaftsgut mit einer Nutzungsdauer von zehn Jahren. Die Anschaffungs- und Herstellungskosten sind
daher nur im Wege der AfA steuerlich zu berücksichtigen.