Arbeitsrecht: Wer krank ist, darf zuhause bleiben

By 9. November 2016 Juni 14th, 2018 Immobilienbesitzer

Ein arbeitsunfähiger Arbeitnehmer muss nicht im Betrieb erscheinen, um dort an einem
Gespräch zur Klärung der weiteren Beschäftigungsmöglichkeit teilzunehmen, entschied das
Bundesarbeitsgericht.
Ein Krankenpfleger war befristet bis zum 31. Dezember 2013 als medizinischer Dokumentationsassistent
eingesetzt. Von Ende November 2013 bis Mitte Februar 2014 war er arbeitsunfähig krank. Sein
Arbeitgeber lud ihn mit Schreiben vom 18. Dezember 2013 „zur Klärung der weiteren
Beschäftigungsmöglichkeit“ zu einem Personalgespräch am 6. Januar 2014 ein.
Der Mann sagte unter Hinweis auf seine ärztlich attestierte Arbeitsunfähigkeit ab. Der Arbeitgeber
übersandte ihm eine neuerliche Einladung für den 11. Februar 2014, die mit dem Hinweis verbunden war,
der Mann habe gesundheitliche Hinderungsgründe durch Vorlage eines speziellen ärztlichen Attests
nachzuweisen. Auch an diesem Termin nahm der Krankenpfleger aber unter Hinweis auf seine
Arbeitsunfähigkeit nicht teil. Daraufhin mahnte ihn der Arbeitgeber mit Schreiben vom 18. Februar 2014
ab.
Der Pfleger klagte dagegen und erwirkte, dass die Abmahnung aus der Personalakte entfernt wurde, auch
das Bundesarbeitsgericht sah den Fall so. Denn die Arbeitspflicht des Arbeitnehmers umfasst zwar die
Pflicht zur Teilnahme an einem vom Arbeitgeber während der Arbeitszeit im Betrieb anberaumten
Gespräch. Doch wer krank ist, kann seiner Arbeitspflicht nicht nachkommen und ist daher auch nicht
verpflichtet, im Betrieb zu erscheinen. Einen Anspruch auf Klärung solcher Fragen hat der Arbeitgeber
freilich schon – allerdings nicht zwingend im Betrieb.