Häusliches Arbeitszimmer eines Hochschuldozenten ist steuerlich anzuerkennen

By 25. Oktober 2016 Juni 14th, 2018 Privatpersonen, Selbstständige

Das Finanzgericht (FG) Rheinland-Pfalz hat entschieden, dass ein Hochschuldozent
Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer steuerlich geltend machen kann.
Der Kläger ist Hochschuldozent (Fachbereich Chemie) an einer Universität. In dem Gebäude des Instituts
für Chemie steht ihm ein Laborraum zur Verfügung, der mit einem Schreibtisch, einem für das Stadtgebiet
freigeschalteten Telefonanschluss und einem PC ausgestattet ist. Daneben nutzt der Kläger ein häusliches
Arbeitszimmer mit einer Größe von rd. 15 Quadratmetern.
Die mit seiner Einkommensteuererklärung geltend gemachten Aufwendungen für dieses häusliche
Arbeitszimmer in Höhe von 1.250 Euro wurden vom beklagten Finanzamt nicht anerkannt mit der
Begründung, der Kläger sei auf das Arbeitszimmer nicht angewiesen, weil ihm der Laborraum als
Arbeitsplatz zugewiesen sei. Der Raum sei nach Auffassung seines Vorgesetzten auch ausreichend
ausgestattet und werde geheizt und geputzt.

Die Klage des Dozenten hatte allerdings Erfolg. Das FG vertrat in seinem Urteil vom 7. September 2016
(Az. 1 K 2571/14) die Auffassung, dass der Kläger den ihm zugewiesenen Laborraum nicht in dem konkret
erforderlichen Umfang und in der konkret erforderlichen Weise nutzen könne und daher auf das häusliche
Arbeitszimmer angewiesen sei. In dem Raum befänden sich weder ein Drucker noch ein Scanner noch die
erforderliche Fachliteratur. Für die Tätigkeit des Klägers als Lehrbeauftragter sei der Raum daher nicht
ausreichend ausgestattet. Die Einschätzung seines Vorgesetzten habe sich nur auf die Labormöglichkeiten
bzw. Forschung bezogen. Ob sich der Kläger um einen geeigneten Arbeitsplatz bemüht habe, sei steuerlich
unbeachtlich. Unabhängig davon sei seine Anfrage beim Dienstvorgesetzten ohnehin ergebnislos
verlaufen.