Häusliches Arbeitszimmer rechtfertigt nicht Berücksichtigung der Aufwendungen für

By 15. Juni 2016 Juni 14th, 2018 Selbstständige

Bei einem steuerrechtlich anzuerkennenden Arbeitszimmer sind Aufwendungen für
Nebenräume (Küche, Bad und Flur), die in die häusliche Sphäre eingebunden sind und zu einem nicht
unerheblichen Teil privat genutzt werden, nicht als Betriebsausgaben oder Werbungskosten abziehbar. Das
hat der Bundesfinanzhof (BFH) entschieden.
Die Klägerin unterhielt in ihrer Wohnung ein häusliches Arbeitszimmer, das sie so gut wie ausschließlich für
ihre nur von diesem Arbeitszimmer aus betriebene gewerbliche Tätigkeit nutzte. Während das Finanzamt
die Aufwendungen dafür als Betriebsausgaben anerkannte, versagte es die Berücksichtigung der hälftigen
Kosten für die jedenfalls auch privat genutzten Nebenräume (Küche, Bad und Flur).
Der BFH gab dem Finanzamt mit Urteil vom 17. Februar 2016 (Az. X R 26/13) Recht. Der Große Senat des
BFH hatte im Juli 2015 bereits entschieden, dass die Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer, das
nicht nahezu ausschließlich betrieblich oder beruflich genutzt wird („gemischt genutztes Arbeitszimmer“)
steuerlich nicht zu berücksichtigen sind. Mit der vorliegenden Entscheidung knüpft der BFH hieran auch für
Nebenräume der häuslichen Sphäre an. Die Nutzungsvoraussetzungen sind individuell für jeden Raum und
damit auch für Nebenräume zu prüfen. Eine zumindest nicht unerhebliche private Mitnutzung derartiger
Räume ist daher abzugsschädlich.